Alle Beiträge von Doris Cornils

Neue virtuelle Angebote

Zeitmanagement und Selbstfürsorge sind für alle, die im Homeoffice arbeiten und vielleicht darüber hinaus außerdem noch Kinder zu betreuen (und in Zeiten von Corona zu beschulen) haben, eine große Herausforderung. Videoformate haben den Vorteil, dass sie angeschaut werden können, wenn es die eigene Zeit erlaubt. Unser neues Angebot hält viele praktische Tipps parat wie Zeitmanagement und Selbstfürsorge in herausfordernden Zeiten gelingen können. Die Expertin Dr. Dieta Kuchenbrandt, von schainundkuchenbrandt, Training und Beratung für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, hat das Video für Pro Exzellenzia 4.0 umgesetzt. https://pro-exzellenzia.de/event/zeitmanagement-und-selbstfuersorge-im-homeoffice/.

Die digitale Zusammenarbeit hat in Zeiten von Corona an Relevanz und Tempo zugenommen. Es stehen zahlreiche Online-Tools dafür zur Verfügung und täglich erreichten uns Nachrichten dazu. Welche sind seit Corona stark im Kommen und wie funktionieren sie, um im Homeoffice als Wissenschaftlerin arbeitsfähig zu sein? Zudem wird in diesem Video das Thema Social Media noch einmal aufgegriffen, da Corona sehr verdeutlicht hat, dass soziale Medien für die Sichtbarkeit von Wissenschaftlerinnen eine hohe Relevanz besitzen. Die Expertin für digitale Wissenschaftskommunikation Susanne Geu hat es für Pro Exzellenzia 4.0 umgesetzt. https://pro-exzellenzia.de/event/digitale-zusammenarbeit-und-sichtbarkeit-im-homeoffice/.

Anmeldung:

Wie für alle unsere Workshop- und Webinarangebote gilt auch für dieses, dass eine Prüfung der Teilnahmevoraussetzungen und eine Anmeldung erforderlich ist.

Schicken Sie bitte eine E-Mail an pro-exzellenzia@hamburginnovation.de mit dem Stichwort „Video Zeitmanagement und Selbstfürsorge“ bzw. „Digitale Zusammenarbeit und Social Media“.

Bitte geben Sie an:
1. Über welchen Hochschulabschluss Sie verfügen.
2. Ob Ihr erster Wohnsitz in Hamburg ist.

Teilnahmevoraussetzung und Zugang zum Video:
Sind die Teilnahmevoraussetzungen erfüllt, senden wir Ihnen den ESF-Fragebogen zu. Sollten Sie bereits einen ESF-Fragebogen ausgefüllt haben und am Programm teilnehmen, entfällt dieser Schritt. Liegt uns der ESF-Fragebogen ausgefüllt vor, erhalten Sie die Links zu den Videos. Mit Ihrer Teilnahme verpflichten Sie sich außerdem uns per E-Mail an pro-exzellenzia@hamburginnovation.de ein schriftliches Feedback zu unserem neuen Angebot zu geben. Ihre Angaben werden selbstverständlich anonymisiert.

Pro Exzellenzia 4.0-Stipendiatinnen am Limit

Die Corona-Pandemie hat gravierende Auswirkungen auf die Karriere von Wissenschaftlerinnen mit Kindern. Damit ist nicht nur die jüngste Vergangenheit gemeint, sondern auch zukünftig haben sie – so zeigen erste Studien (https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/corona-bedroht-die-karrieren-junger-forscherinnen-16759399.html) – mit Nachteilen zu rechnen. Angesichts der stark zugenommenen Mehrfachbelastungen und den erschwerten Forschungsbedingungen für Wissenschaftler*innen hatten sie in den letzten Monaten weniger, bis keine Zeit, um zu forschen, zu publizieren oder Beiträge einzureichen. Dieses führt für sie zukünftig zu einer geringeren Anzahl von Publikations- und Forschungsanträgen als bei ihren männlichen Kollegen oder kinderlosen Wissenschaftlerinnen und trägt zu Karrierenachteilen bei.

Zahlreiche der Stipendiatinnen von Pro Exzellenzia 4.0 haben Kinder und berichten ganz persönlich von ihren Erfahrungen während der Corona-Pandemie. Sie berichten von Sorgen um ihre Doktorarbeiten, von extremen Belastungen durch die Mehrarbeit, der fehlenden Ruhe und Zeit, die wissenschaftlich-konzentriertes Arbeiten braucht, von körperlich-seelischen Folgen, sowie von ihrem Empören darüber, dass sie sich in eine Aufgaben- und Rollenverteilung der 50er-Jahre zurückversetzt fühlen.

Corona Tagebuch
Ich bin Mutter von zwei Kindern im Kita-Alter und arbeite auf einer 50% Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin. Ich habe in den letzten 3 Monaten so viele Schmerztabletten wie noch nie in meinem Leben genommen und habe einen Hörsturz erlitten. Seitdem leide ich immer wieder an Ohrgeräuschen.
Ähnliches höre ich von Menschen in meinem Umfeld. Ich habe den Eindruck, dass fast niemand (zumindest niemand mit Kindern) in dieser Krise unbeschadet geblieben ist. Freunde meiner Kinder leiden plötzlich an Neurodermitis und es schmerzt mich, meine eigene Tochter melancholisch und traurig zu sehen und nicht ausdrücken zu können, was ihr fehlt.
Neben der offensichtlichen Unvereinbarkeit, 58,5 Arbeitsstunden von meinem Partner und mir an einem Tag zusätzlich zur Hausarbeit und Kinderbetreuung unterzubringen, macht mir vor allem die Tatsache zu schaffen, dass ich mich gerade durch diese Belastung auf einem (beruflichen) Abstellgleis befinde. Ich kann nur die nötigsten operativen Aufgaben meiner Stelle erfüllen. Für visionäre, konzentrierte Arbeit und die Mitarbeit in (neuen) Projekten fehlen mir die Zeit und auch die Kraft. Während meine Kolleg*innen ohne Kinder die Krise als Möglichkeit feiern und sich – zumindest zu Beginn des Lockdowns – in die Entwicklung und Beantragung neuer Projekte zur Auswirkung von Corona auf die Stadt, die Menschen etc. stürzen, schaue ich nur müde zu und verpasse ein Meeting nach dem anderen, um mein Wissen und meine Kompetenzen einbringen zu können. Die Welt scheint von einem Tag auf den anderen zweigeteilt zu sein: in die der Kreativen kinderlosen und die der zu Hause eingesperrten Eltern.

Wissenschaftliches Arbeiten in Zeiten der Corona-Krise mit kleinem Kind
Vor drei Tagen mal wieder ein Zusammentreffen mit einem Mitglied unseres Graduiertenkollegs, er brachte mir meine Kamera zurück, die er in Vor-Corona-Zeiten von mir ausgeliehen hatte. Wir nutzten die Gelegenheit, um uns über die Distanz hinweg wenigstens kurz über „die Lage“ auszutauschen. Er genieße die Ruhe; Corona sei perfekt schwärmte er, um die Dissertation fertigzumachen, er hätte so viel Zeit, wie seit Langem nicht mehr … er plane sie Ende Juli abzugeben. Und bei dir…? Er wirkt erholt wie nach einem Yoga-Retreat. Während man ihm natürlich gratuliert, hat man Angst vor der Gegenfrage, denn was ich von meinem Alltag als alleinerziehende Wissenschaftlerin mit einem dreijährigen Sohn berichten könnte, ist ein Lagebericht von der Front, der den Leuten normalerweise eher ein peinlich berührtes Kopfnicken entlockt. Und die das „social distancing“ zwischen uns in eine reale soziale Distanz verwandelt. Denn die Realität ist: Ich komme seit Wochen zu nichts, ich habe überhaupt keine Zeit und ich habe keine Perspektive, wann sich das wieder ändert. Eine lang vorbereitete Konferenz in Großbritannien – natürlich abgesagt. Eine Deadline für eine wichtige dissertationsrelevante Publikation, die frau sich mühsam organisiert hatte – unter den Umständen unmöglich zu halten. Die Zeit, die mir ein Abschlussstipendium schenken sollte – zerrinnt mir unter den Fingern. Ich habe das Gefühl, vor lauter Alltagsmanagement den Kontakt zu meinen Inhalten zu verlieren. Eigentlich forsche ich zum Zusammenhang zwischen Körper, Bewegung und Politik – und seit den Kitaschließungen ist dieser Zusammenhang ganz anders relevant und topaktuell geworden und ich sitze buchstäblich zu Hause fest. In einer Hausfrauenrealität der 50er Jahre: Ich koche, wasche, betreue mein Kind. Ich versuche, dem Kleinen beizubringen, warum er seine Freunde in der Kita nicht mehr sehen kann, indem ich mit ihm ein Coronavirus aus Papier bastele. Ich versuche, ihm die fehlenden Spielpartner zu ersetzen und kann es natürlich doch nicht. Die größte Kraftanstrengung ist, ihn meine Erschöpfung und Frustration nicht spüren zu lassen. Wir machen schöne Ausflüge, damit wir die Zeit sinnvoll nutzen können, aber trotzdem spüre ich auch, dass es eine Flucht vor dem Gefühl ist, dass mein Hirn jeden Tag schrumpft. In den Abenden, wenn er dann schläft, bin ich erschöpft und versuche, meine Kollegin in Brasilien zu erreichen, die als queere Person in einem Pandemie-geplagten Land unter Bolsonaro überleben muss. Wenn ich mich nachts noch mal aufraffe, stelle ich nach fünf Seiten englischer wissenschaftlicher Fachliteratur fest, dass ich zwar eifrig anstreiche, aber diese Punkte schon zwei Seiten weiter wieder vergessen habe und nicht wirklich weiß, wann ich diese verstreuten Krümel wissenschaftlicher Praxis jemals in einem konzentrierten Schreibprozess versammeln soll. Und jetzt aber ab ins Bett, denn um 6 Uhr steht der Kleine wieder auf der Matte. Dieser Zustand ist nur mit viel Galgenhumor und im Kapitulationsmodus zu ertragen.

Es geht eben gerade (fast) nichts, das ist die ehrliche Antwort. „Und anderweitige Kinderbetreuung“, fragt er nach, „du bist doch sonst immer so gut organisiert?“ Wie soll man ihm erklären, dass ein mühsam austariertes System einfach kollabiert ist. Die Babysitterin ist Asthmatikerin und außerdem im 7 Monat schwanger, natürlich will frau sie nicht gefährden… Und Notbetreuung, – ja seit letzter Woche für ein paar Stunden, da gehe ich einkaufen, damit der Kleine im Supermarkt nicht alles anfasst, beseitige das gröbste Chaos zu Hause, koche vor, damit was da ist, wenn der Kleine aus der Kita kommt, und hab dann noch eine Stunde, um die wichtigsten Mail zu beantworten und meinen Student*innen online zur Verfügung zu stehen. Versuche, die Panik zu verarbeiten, die die letzte Mailboxnachricht meiner Doktormutter ausgelöst hat: „Wie es denn aussähe mit dem Zeitplan für die Diss, die Uni bekäme ja einen neuen Präsidenten, das könne sich negativ auf den Fortgang …“.

Er wirkt irgendwie schockiert. Er könne ja mal für mich einkaufen gehen. Ich mache einen Witz und versuche Stärke und Leichtigkeit auszustrahlen. Die Wahrheit ist: Wir sitzen nicht im gleichen Boot. Diese Krise macht uns ungleich und es wird sich nicht substanziell etwas ändern, solange Care-Arbeit nicht als gesellschaftlich-relevante Arbeit anerkannt wird.

Was diese Krise mit mir, meiner Psyche und meinem Körper gemacht hat
Die ersten fünf Wochen der Schul- und Kita-Schließung habe ich praktisch alleine auf unsere Kinder aufgepasst! Mein Mann ist zu dieser Vollzeit arbeiten gegangen. Ich habe nahezu nichts für meine Promotion machen können, denn Homeoffice mit drei noch vergleichsweise kleinen Kindern ist vollkommen unmöglich und geht komplett an der Realität vorbei. Die ersten Wochen konnte ich mich noch von Woche zu Woche motivieren und habe mir gesagt, ich schaffe das. Dies gelang mir irgendwann nicht mehr. Ich fühlte mich vollkommen allein gelassen und perspektivlos. Gleichzeitig wurde ich immer wütender, dass insbesondere Frauen so in die Abhängigkeit gedrängt werden.

Die Situation entspannte sich nicht, neben den sowieso schon zahlreichen Haushaltsaufgaben, wuchs der Druck auch noch meinem ältesten Kind irgendwie die sich anhäufenden Schulaufgaben überhaupt bereitzustellen und die Aufgabenstellung zu vermitteln. Ein interessantes Unterfangen, wenn man nebenbei auch noch zwei Kinder im Kindergarten bzw. Krippenalter versorgt und versucht zumindest die zwingend notwendigen administrativen Aufgaben der Promotion zu erledigen. Aber normalerweise leisten diese Arbeit ja mindestens drei Menschen in voller Erwerbstätigkeit. Ich konnte nicht mehr, täglich bin ich mindestens einmal in Tränen ausgebrochen und wusste nicht mehr, wie es weitergehen soll. Nachts bin ich aufgewacht und hatte Atemnot. Das Ganze hatte natürlich einen massiven Einfluss auf die gesamte Stimmung in der Familie. Ich konnte nicht mehr zum zwanzigsten Mal alles geduldig erklären, dafür fehlte mir einfach die Kraft.

Ich und wir alle brauchten dringend eine Lösung. Ich haderte lange damit, ob wir nun wirklich Notbetreuungsbedarf haben. Denn in all den schönen Briefen der Schule und Kita dankten immer nur alle, wie toll es ist, dass wir alle so solidarisch sind und unsere Kinder zu Hause betreuen. Doch gleichzeitig stieg in mir die Wut über meine Situation. Ich schrieb also der Kita-Leitung, ob meine beiden kleinen Kinder nicht wenigstens tageweise kommen könnten. Uns wurde sehr aufgeschlossen begegnet und es war nicht die kleinste Diskussion notwendig, nachdem wir unsere Situation geschildert hatten. Von nun an kehrte etwas Entspannung ein. Auch mein großes Kind geht mittlerweile in die Notbetreuung in der Schule. Ich habe mir meine Zeit für meine Promotion zurückgefordert. Was bleibt, ist eine große Wut auf das familienpolitische Versagen unserer Regierung. Ich bin fassungslos darüber, dass es billigend in Kauf genommen wird, dass reihenweise junge Frauen in die emotionale und finanzielle Abhängigkeit geschickt werden.

Mir geht es, seitdem ich wieder regelmäßig arbeiten gehe, viel besser, die nächtliche Atemnot ist verschwunden. Wahnsinn was diese Krise mit mir, meiner Psyche und meinem Körper gemacht hat.

Es bleibt weder Raum noch Zeit für konzentriertes, wissenschaftliches Arbeiten
Insbesondere die Schulschließungen und die Schließung der HCU für u. a. Gastwissenschaftler*innen haben massiven Einfluss auf meine Arbeit und meinen Arbeitsfortschritt. Der Einfluss der Krise auf meine Arbeit war zunächst massiv. Infolge der zahlreichen, superkurzfristigen und meinen Alltag einschneidenden Veränderungen und Beschränkungen zur Bewältigung der Pandemie habe ich den Überblick verloren. Erst nach einer ersten telefonischen Beratung bei Pro Exzellenzia 4.0, konnte ich die Situation überhaupt wieder erfassen und wieder in die Selbstwirksamkeit kommen. Ich habe meine großen, komplexen Ziele für dieses Jahr in kleinere zerlegt und/oder neu definiert. Und da sich auch meine bereits akquirierten Forschungspartner krisenbedingt zurückgezogen haben, habe ich auch meine Arbeits- und Forschungsmethoden der Situation angepasst. Durch die Schulschließungen und vor allem durch die Verlagerung des Großteiles der Arbeit der Lehrer*innen auf die Eltern, bleibt mein Arbeitsfortschritt dennoch weit hinter dem gewohnten und geplanten. Bei gleichzeitigem Homeschooling und dem Mehraufwand für den Haushalt infolge unserer dauerhaften Anwesenheit bleiben weder ausreichend Raum noch Zeit und Ruhe für konzentriertes, wissenschaftliches Arbeiten. Das bedaure ich sehr, da sich mein Stipendium auf dieses Jahr begrenzt und mir einige der Grundlagen, die ich für den weiteren Verlauf meiner Postdoc-Phase erarbeiten wollte, fehlen werden.

Aus den kleineren oder neu definierten Zielen und Projekten zeichnen sich aber erste Erfolgssprösslinge ab: Ich habe erfolgreich an zwei Calls teilgenommen und kann so in der zweiten Jahreshälfte an meiner wissenschaftlichen Sichtbarkeit und meinem Netzwerk arbeiten. Und ein neu aufgegleistes Thema steht nun auch in den Startlöchern. Die Ergebnisse dieser zaghaften Teilerfolge werden allerdings erst im Herbst vorliegen. Die Konferenz, zu der ich eingeladen bin, wird erst im Dezember stattfinden. Entsprechend kann ich die Ernte dieser Sprosse nicht mehr während der Laufzeit des Stipendiums einfahren.

Das gleiche gilt für meine ursprünglich geplante Forschungsarbeit, die durch den krisenbedingten Rückzug der Partner brachliegt. In den letzten Tagen ist es mir gelungen, die ersten wieder aus ihrer Deckung zu locken. So kann auch dieses Vorhaben langsam wieder Fahrt aufnehmen – mit Ergebnissen ist allerdings auch hier frühestens zum Jahresende zu rechnen. Sollte das Homeschooling auch im nächsten Schuljahr fortgesetzt werden, wird sich insbesondere die Auswertung der Feldforschungen womöglich noch länger hinziehen.

Foto: Pixabay

Wie geht´s weiter mit unseren Jubiläumsveranstaltungen?

Unsere Jubiläumsveranstaltungen sind bislang am stärksten von der Corona-Krise betroffen. Bislang mussten wir einige (wenige) ausfallen lassen, andere wiederum konnten wir – in den Sommer und Herbst – „retten“. Für diese gilt: Wir wollen sie als Präsenz- oder Online-Jubiläumsveranstaltung umsetzen. Toll und Danke an dieser Stelle an alle Kooperationspartner*innen der HAW, UHH, LaKoG und TuTech-Academy für die Gespräche und Entwicklung von Lösungen hierfür!

Da bis einschließlich August 2020 alle größeren Veranstaltungen nicht erlaubt sind, wird die ursprünglich für den 10. Juni geplante Präsenz-Veranstaltung „Gut verhandelt ist halb gewonnen. Verhandlungsstrategien im Wissenschaftssystem“ in der Reihe „Pro Exzellenzia meets UHH“ als Online-Veranstaltung im August stattfinden! Das genaue Datum wird noch auf unserer Webseite bekannt gegeben.
Anmeldung und weitere Informationen: https://pro-exzellenzia.de/event/pro-exzellenzia-meets-uhh-gut-verhandelt-ist-halb-gewonnen-verhandlungsstrategien-im-wissenschaftssystem/?preview_id=2455&preview_nonce=38f34ce63b&_thumbnail_id=-1&preview=true. 

Auch die Jubiläumsveranstaltung „Pro Exzellenzia meets HAW“, die ursprünglich für den 8.5. geplant war, hat einen neuen Termin. Sie findet nun am Freitag, 23.10.20 statt. Im Rahmen eines Nachmittagsmeetings haben Sie die Gelegenheit zu „Wegen in die Angewandten Wissenschaften“ interessante, zukunftsweisende Impulse zu erhalten, sich auszutauschen und Netzwerkkontakte zu knüpfen. Im Zentrum dieser Veranstaltung steht das Thema „Gute Gründe für eine Professur an der HAW Hamburg“.
Anmeldungen und weitere Informationen: https://pro-exzellenzia.de/event/pro-exzellenzia-meets-haw-wege-in-die-hochschule-fuer-angewandte-wissenschaften/.  

„Network of and for women – Pro Exzellenzia 4.0 & LaKoG“ soll, wie ursprünglich geplant, am 17.11.2020 stattfinden. Gemeinsam mit der LaKoG (Landeskonferenz der Gleichstellungsbeauftragten) wollen wir 10 Jahre gute Kooperation feiern. Eröffnet wird die Veranstaltung mit einem Grußwort der Senatorin der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration Dr. Melanie Leonhard. Die Soziologieprofessorin Andrea Dorothea Bührmann (Universität Göttingen) beleuchtet in ihrer Keynote „Diversity vs. Gleichstellung oder: Wie geht beides zusammen?“ die engagierte und kontroverse Diskussion über das Spannungsfeld zwischen Gleichstellungspolitiken und Diversitystrategien. Wir wollen gemeinsam die Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten und ehemaligen Pro Exzellenzia-Macherinnen würdigen und die Zertifikate an die Stipendiatinnen sollen feierlich übergeben werden.
Auch hierfür besteht weiterhin die Möglichkeit zur Anmeldung: https://pro-exzellenzia.de/event/network-of-and-for-women-pro-exzellenzia-4-0-lakog/. 

Das Pro Exzellenzia 4.0 „New Work Barcamp – Generationsübergreifend die Zukunft der Arbeit gestalten!“ wurde vom 4.09.2020 auf Freitag, den 27.11.2020 verlegt!
Unsere Themen vom Jubiläums-Barcamp sind topaktuell! Die Corona-Krise zeigt, dass wir die Zukunft von Arbeit neu denken und gestalten müssen. Denn wir brauchen neue Formen der Zusammenarbeit! Ob es um Homeoffice, Arbeitsteilung der Geschlechter von Haus-, Sorge- und Erwerbsarbeit, New School, Double Career, Alleinerziehende und Erwerbsarbeit oder Führung etc. geht – alle Themen stehen derzeit zur Diskussion. Unsere Barcamp-Idee ist innovativ und erscheint gegenwärtig noch zukunftsweisender, als zu dem Zeitpunkt, als wir sie entwickelt haben. Deshalb soll die Veranstaltung auf jeden Fall stattfinden!
Lassen Sie uns diese Themen gemeinsam bewegen: Generationsübergreifend, d. h. mit Jung und Alt, sowie mit vielfältigen geschlechtlichen Perspektiven! Teilen Sie diese Info in Ihrem Netzwerk und kommen Sie gerne auf mich mit Ideen und Vorschlägen zu. Ein Barcamp lebt vom Mitmachen und gemeinsamen Gestalten! Eines noch zum Schluss: Sollte eine Präsenzveranstaltung auch dann noch nicht möglich sein, werden wir die Herausforderung annehmen und ein Online-Barcamp durchführen.

Infos und Anmeldung hier: https://pro-exzellenzia.de/event/new-work-barcamp-2020-generationsuebergreifend-die-zukunft-der-arbeit-gestalten/.

Pro Exzellenzia 4.0 ist online!

Ab in die Online-Formate-Welt – das war eigentlich für einen späteren Zeitpunkt geplant. Nun hat uns die Corona-Pandemie, wie alle anderen auch, da förmlich hinein geschuppst. Also hieß es Kompetenzen wie Agilität, Flexibilität, Digital Leadership, VUCA, Social Media etc. anwenden, fehlende aneignen und umsetzen.
Das ist Lina-Josephine Berte und mir schnell gelungen. Bereits ab „Corona-Homeoffice-Woche zwei“ waren Coachings und die Bewerbungsberatung in Online-Formate übersetzt und alle darüber informiert. Tools prüfen, Lizenzen erwerben, die Teilnehmerinnen nach ihren zeitlichen Voraussetzungen und Umsetzungsmöglichkeiten (vor allem, jene mit Kindern) befragen, mit Behörden und Trainerinnen sprechen, Lösungen für andere Evaluationsformate finden und sooo vieles mehr.

Als Projektleiterin war da aber auch noch der Gedanke und die Frage: Was können wir jetzt für unsere Pro Exzellenzia-Community tun? Was brauchen unsere Teilnehmerinnen in diesen herausfordernden Zeiten?

Herausgekommen ist ein neues Konzept, das sich aus drei verschiedenen Angeboten zusammensetzt. Das erste Angebot „telefonische Beratung in außergewöhnlichen Zeiten“ besteht seit dem 15. April. Pro Exzellenzianerinnen und die, die es werden wollen, können sich mit ihren individuellen Anliegen, die aus der augenblicklichen Situation resultieren, in der offenen Telefonberatung an mich wenden. Ob es um Herausforderungen im Homeoffice geht, um die Sicherung vom Arbeitsplatz, ob alleinerziehend, nach Strategien aufgrund der fehlenden Kinderbetreuung suchend, wenn sich die Promotion in Homeoffice als größere Herausforderung zeigt, als angenommen oder Informationen über Beratungsstellen gebraucht werden … .

Erste O-Töne von Teilnehmerinnen:

  • „Ich habe zu Beginn der Woche 4 der Corona bedingten Veränderungen die virtuelle Beratung von und mit Doris Cornils in Anspruch genommen. Dank ihrer Fähigkeit den Einfluss, welchen die gesellschaftlichen Einschnitte zur Abflachung der Infektionskurve auf meine Lebens- und auf meine berufliche Situation haben, schnell und umfassend sehen und reflektieren zu können, konnte Doris Cornils mir binnen 60 Minuten wieder zur Handlungsfähigkeit verhelfen. Da diese Veränderungen sehr plötzlich eintraten, konnte ich nur noch situationsbedingt reagieren, hatte aber den Überblick verloren und damit auch die Möglichkeit die Gesamtsituation wieder in den Griff zu bekommen und konstruktiv zu sein.“
  • „Aufgrund einer aktuell etwas frustrierenden Phase der Stellensuche habe ich die telefonische Beratung in außergewöhnlichen Zeiten von Pro Exzellenzia in Anspruch genommen. Frau Cornils hat mir sehr aufmerksam zugehört, als ich meine aktuelle Situation und Problematik geschildert habe. Durch Zuspruch und positive Fallbeispiele konnte Sie mir neuen Mut geben, dass auch ich noch den passenden Job finde. Ich fühle mich dadurch ermutigt, meine Bewerbungen weiter voranzutreiben und habe aus dem Gespräch schon einige Tipps mitgenommen, wie ich in der Zukunft die Recherche nach passenden Stellenangeboten und meine Unterlagen noch weiter optimieren kann. Als nächsten Schritt haben wir einen Termin in der offiziellen Bewerbungsberatung vereinbart, in dem wir noch konkreter meine Bewerbungsunterlagen sowie Ideen für ein strategisches Networking besprechen werden.“
  • „Die Auswahlkommission war sich einig, alle drei haben mich auf Platz 1 gesetzt, so hat man mir gestern telefonisch versichert. (…) Für Deine Beratung und die kurzfristige telefonische Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch möchte ich Dir nochmals herzlich danken! Diese habe ich wie gesagt als große Unterstützung erlebt und bin mir sicher, dass Deine Tipps zu meinem Erfolg bei dieser Bewerbung beigetragen haben.“

Die telefonische Sprechstunde steht Ratsuchenden jeden Mittwoch von 14:00 Uhr bis 15:30 Uhr und jeden Freitag von 10:00 Uhr bis 11:30 Uhr zur Verfügung.
Weitere Infos hier: https://pro-exzellenzia.de/bewerbungsberatung/

Alle Informationen zur den Jubiläumsveranstaltungen sind in einem Beitrag am Ende des Blog-Letters in einer Übersicht zusammengefasst.

Unsere Workshops haben wir bis zum Sommer alle auf Webinar-Angebote umgestellt. Damit verbunden finden sie nicht mehr achtstündig, sondern an zwei Tagen zu je vier Stunden statt. Anmeldungen und weitere Infos finden Sie hier: https://pro-exzellenzia.de/kuenftige-workshops/

Wir sind Zuhause Lernende!

Dahinter verbirgt sich eine große gesellschaftliche Chance für mehr Geschlechtergerechtigkeit!
Wir leben in einer gesellschaftlichen Ausnahmesituation, die uns dazu – ja, frau kann sagen – „zwingt“ neue Formen der Zusammenarbeit und Kooperation, der Arbeit ingesamt anzuwenden. Wir sind alle noch keine Expert*innen darin welche Online-Tools es alles gibt, um die räumliche Distanz zu überwinden und mit anderen arbeits- und austauschfähig zu bleiben, aber wir werden es allmählich. Wir lernen (alle) Zoom kennen, treffen uns via Jitsi, MS Teams oder greifen auf die gute Telko zurück. Dabei lernen wir wiederum, dass nicht alle Tools durch jeden Browser unterstützt werden und vieles mehr. Soviel zu unseren neuen Lerninhalten und -prozessen, die wir uns Zuhause durch Gespräche und Video-Tutorials aneignen.

Doch wir lernen noch viel mehr und sind mit weit größeren Herausforderungen konfrontiert. Wir müssen lernen, unsere zeitliche und räumliche Planung und Koordination mit anderen vollkommen neu zu entwickeln. Dabei stoßen wir persönlich und mit anderen an unsere Grenzen, weil eigene Zeiten, Selbstsorge oder die Erwerbsarbeit zu kurz kommen. Denn mit Kindern ist es nicht einfach Homeoffice, sondern an diesem einen Ort – dem Zuhause – fallen Erwerbsarbeit, Sorgearbeit – dazu zählt jetzt auch noch Home-Schooling (!) – und Hausarbeit zusammmen!!!

Es ist ja nicht so, dass Frauen diese Arbeiten nicht schon vorher übernommen hätten. Nur jetzt ist es mehr Arbeit, die an einem Ort und unter hohen Belastungsbedingungen anfällt und gemacht werden muss! Also, liebe Gesellschaft, was wären wir in dieser Krise ohne die Frauen, die bereits über diese ganzen Kompetenzen verfügen und sie gewinnbringend für alle einbringen?! Selbstverständlich gab es bereits Männer, für die egalitäre Arbeitsteilung selbstverständlich war und die sich auch jetzt die Hälfte der Arbeit und Belastungen mit ihren Partner*innen teilen. Aber wir wissen auch, das sind die Ausnahmen. Die meisten Männer mit Partner*innen und Kindern sind derzeit Lernende. Wir alle sind Lernende! Das ist eine Chance, denn nun können wir endlich (!) das umsetzen, wovon wir Geschlechterforscher*innen und Gleichstellungsakteur*innen bereits seit Jahrzehnten sprechen: Arbeit ist vielfältig und darunter ist nicht nur Erwerbsarbeit zu verstehen. UND wir brauchen eine geschlechtergerechte Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern! Wir brauchen neue Formen der Kooperation zwischen den Generationen! Wir brauchen neue Formen des Lernens in Schulen!

Und weil wir bei Pro Exzellenzia viele der Themen, die aktuell so vakant sind, bereits im letzten Jahr in ein Barcamp-Konzept für das Jubiläumsjahr von Pro Exzellenzia 4.0 entwickelt haben, würden wir uns wahnsinnig freuen, wenn so viele wie möglich am 27. November 2020 beim „New Work Barcamp 2020: Generationsübergreifend die Zukunft der Arbeit gestalten!“ dabei sind! Mehr dazu hier https://pro-exzellenzia.de/event/new-work-barcamp-2020-generationsuebergreifend-die-zukunft-der-arbeit-gestalten/ und unter der Rubrik „Was wir wollen“ in diesem Sonderblogletter.

GIRLS Hacker School @home

Die Hacker School veranstaltet gemeinsam mit Frauen-Verbinden am ersten Maiwochenende online ein besonderes Event für Frauen und Mädchen. Am 2. und 3. Mai heißt es: Programmieren für alle! Bis zu 150 Frauen – Töchter, Schwestern, Mütter, Tante, Freundin & Co. –  im Alter zwischen 11 und 99 Jahren lernen gleichzeitig. Jeweils im Tandem, zum Beispiel Mütter mit Töchtern. Damit zeigen wir gerade in diesen Zeiten, dass Frauen jeder Altersgruppe für den digitalen Fortschritt stehen. Jedes GIRL bringt ihre Tochter, beste Freundin, Mutter, Großmutter oder einfach ein GIRL ihrer Wahl in die eigene Tandemgruppe.

Frauen-Verbinden und die Hacker School bauen mit diesem Angebot gemeinsam Brücken – zwischen dem ehrenamtlichen Engagement von Unternehmen und IT-Begeisterten auf der einen und einem weiblichen Tandem auf der anderen Seite.

Infos zur Veranstaltung
Zu Beginn am Samstag hoffen wir auf ein Grußwort unserer Staatsministerin Frau Dorothee Bär und werden gemeinsam den Ablauf der beiden Tage vorstellen. Danach beginnen die einzelnen Kurse mit jeweils kurzer Vorstellung und dann direktem Pair-Programming. 10 Teilnehmende (also fünf Tandems) sowie zwei Inspirer (unsere KursleiterInnen an diesen Tagen) bilden je eine Gruppe.  Am nächsten Tag ist das Treffen direkt wieder in den einzelnen Gruppen, in denen am Ende auch die Präsentation der jeweiligen Ergebnisse erfolgt.

Datum und Zeiten
Diese Veranstaltungsreihe findet regelmäßig statt. Weitere Informationen unter: https://hacker-school.de/girls-hacker-school/.

Anmeldung: https://hacker-school.de/girls-hacker-school/

Elternschaft als Arbeit.

Die Hamburger Wissenschaftlerin Wibke Derboven (TUHH) nimmt in ihrem, im transcript-Verlag 2019 erschienenen Buch „Elternschaft als Arbeit“ eine gesellschaftlich zentrale, aber bislang wenig erforschte Perspektive ein, indem sie fragt: Was leisten Eltern Tag für Tag?!

In ihrer Studie widmet sie sich „einem tieferen Verständnis von Arbeit von Eltern“, dass sie begrifflich in „familiale Care-Arbeit für Kinder“ (11) fasst. Unter Arbeit, nicht, wie weit verbreitet, ausschließlich Erwerbsarbeit zu verstehen, sondern auch die alltägliche Arbeit im Haushalt sowie die Sorgearbeit für Kinder, geht auf den erweiterten Arbeitsbegriff der Frauen- und Geschlechterforschung zurück. Diese unbezahlte Arbeit ist wenig sichtbar, wird – wie der Begriff schon sagt – nicht entlohnt, ist aber für den Erhalt und die Fortführung unserer Gesellschaft unabdingbar.

Mit ihrer innovativen Studie beantwortet Wibke Derboven Kapitelweise viele interessante Fragen. Was machen Eltern?, Was belastet sie?, Welche Ressourcen bringen sie mit?, Wann ist sich um die Kinder zu kümmern für Eltern Arbeit und wann Nicht-Arbeit? und viele mehr.

Auf die letzten beiden Fragen möchte ich gerne etwas vertiefend eingehen. Dass Elternschaft eine Herausforderung darstellt und nicht nur aus Freude und beglückender Erfahrungen besteht, ist uns in unserem Alltagsverständnis und vielleicht aufgrund eigener Erfahrungen vertraut und bekannt. Den Blick hingegen auf die Kompetenzen zu richten, auf die Eltern in ihrer Care-Arbeit für Kinder zurückgreifen, ist aus vielerlei Gründen eine innovative Perspektive. Sie verdeutlicht welche Vielfalt von Kompetenzen erforderlich sind, um Kinder auf ihren Weg ins Erwachsenwerden zu begleiten. Wibke Derboven identifiziert hierfür die folgenden Kompetenzbereiche: Beziehungs- und Erziehungs- und Organisationskompetenzen, Emotionskontrolle sowie persönliche Stabilität. Der Blick auf die Ressourcen, die Eltern mitbringen oder sich aneignen, zeigt, dass Eltern teils höhere Anforderungen zu meistern haben als Führungskräfte in oberen Hierarchieebenen.

Besonders interessant ist auch die Frage „Wann ist es (für die Eltern) Arbeit und wann Nicht-Arbeit?“. Bereits Arlie R. Hochschild hat 2006 mit „Keine Zeit: Wenn die Firma zum Zuhause wird und zu Hause nur Arbeit wartet“, den Widerspruch von Eltern zwischen Arbeit und Nicht-Arbeit in den Blick genommen. Wibke Derboven geht, nach meiner Lesart, einer anderen Spur nach, indem sie die subjektiven Deutungen der Eltern genauer untersucht. „Die Ursachen, warum Eltern Tätigkeiten als Arbeit oder als Nicht-Arbeit erleben, können dabei auf sehr verschiedenen Ebenen liegen: Die Tätigkeit selbst, die eigene Verfassung oder der Grad an Gemeinschaft können den Unterschied ausmachen“ (S. 100). Konkret bedeutet das: „…je mehr mentale Kraft Eltern zur Verfügung haben, und je mehr Gemeinschaft aktive Eltern mit ihren Kindern erleben, desto weniger werden die Tätigkeiten für und mit Kindern subjektiv als Arbeit wahrgenommen“ (ebd.).

Im zweiten Ergebnisteil stellt die Soziologin, die sie durch ihre wissenschaftliche Studie identifizierten Care-Typen von Eltern, die 1. Gemeinschaftsgestalter*in, 2. Manager*in und 3. Tagesbezwinger*innen, vor und zeichnet nach auf welche Ressourcen, Handlungsstrategien etc. die jeweiligen Gruppen in ihrem Alltag zurückgreifen.

Dieses Buch ist eine absolute Leseempfehlung und stellt meines Erachtens eine Bereicherung für die Diskussion über Arbeit und Nicht-Arbeit dar!

Deshalb freue ich mich besonders, dass Wibke Derboven bei unserem „New Work Barcamp 2020 – Generationsübergreifend die Zukunft der Arbeit gestalten!“ am 04.09.2020 dabei und mit ihrer Expertise bereichern wird: https://pro-exzellenzia.de/event/new-work-barcamp-2020-generationsuebergreifend-die-zukunft-der-arbeit-gestalten/.

UND ich freue mich, dass Wibke uns ein handsigniertes Exemplar für die Verlosung zur Verfügung gestellt hat.

Verlosung von „Elternschaft als Arbeit“:
Gewinnen Sie dieses tolle Buch! Bitte senden Sie an pro-exzellenzia@hamburginnovation.de eine E-Mail mit dem Betreff „Elternschaft“ und Ihrer Postanschrift. Einsendeschluss ist der 31.03.2020.

Pro Exzellenzia 4.0 in der Presse.

Es ist uns eine große Freude, dass die Presse Interesse an Berichterstattungen über das Projekt gezeigt hat und gleich mehrere Beiträge in den letzten Wochen erschienen sind. Außerdem wurden anlässlich des Jubiläumsauftakts Pressemitteilungen, Nachberichterstattungen und Gratulationen veröffentlicht – danke dafür!
Dieses alles möchten wir Ihnen nicht vorenthalten. Viel Spaß bei der Lektüre!

Zu guter Letzt – Leseempfehlungen.

Neben dem vollen Projektalltag lesen? Diese Frage ist eigentlich keine Frage, sondern stellt eine Notwendigkeit und Basis für meine alltägliche Arbeit dar – auch wenn dafür nie die Zeit vorhanden ist.  Deshalb ist Schnell- und Querlesen zu einer wichtigen Lesekompetenz für mich geworden. Welche zwei Bücher stehen auf meiner Leseliste und liegen bereits lesebereit auf meinem Schreibtisch:

Wibke Derboven (2019): Elternschaft als Arbeit, transkript Verlag.
Warum lese ich das Buch? Siehe Buchbeschreibung oben.

Caroline Criado-Perez (2020): Unsichtbare Frauen. Wie eine von Daten beherrschte Welt die Hälfte der Bevölkerung ignoriert. Btb-Verlag.
Warum werde ich das Buch lesen?
Das Buch ist erst kürzlich erschienen und hat bereits viele positive Kritiken erhalten. Demnach hat die Autorin auf Grundlage von zahlreichen Studien den Ausschluss und die Diskriminierung der Hälfte der Bevölkerung im Alltag, in der Wissenschaft und Wirtschaft dezidiert nachgezeichnet. „Unsere Welt ist von Männern für Männer gemacht und tendiert dazu, die Hälfte der Bevölkerung zu ignorieren.“ (Buchcover)
Die Pressestimme von Bremen Zwei dazu: „Ein Buch für Alle, nicht nur Feminist*innen. Es erweitert den Blick ungemein. Es gibt noch viel zu tun, um die Welt gerechter zu machen.“

Mentoring-Erfolge sichtbar machen.

Es ist anerkennenswert und so wertvoll, wenn Frauen andere Frauen unterstützten. Unser Beiratsmitglied Dr. Hannah König begleitete die HAW-Studentin Nane Denker im Mentoring-Programm der HAW, teilte mit ihr ihre Erfahrungen und ihr Wissen, gab ihr wertvolle Feedbacks und ermutigte sie in ihrer persönlichen Weiterentwicklung. Darüber sollte berichtet werden, befanden die Projektleiterin des Mentoring-Programms Friederike Eickhoff und ich, und interviewten das Mentoring-Tandem Dr. Hannah König, Leiterin Wind- und maritime Technik der EnBW Energie Baden-Württemberg AG in der Niederlassung Hamburg und Nane Denker, Studentin des Masterstudiengangs „Nachhaltige Energiesysteme im Maschinenbau“ an der HAW Hamburg, interviewt.
Was dabei alles Spannendes herauskam und warum Mentoring ein toller Ansatz für die berufliche und persönliche Weiterentwicklung ist, lesen Sie hier.

Pro Exzellenzia: Liebe Frau Dr. König, was hat Sie dazu bewogen sich ehrenamtlich als Mentorin im Mentoring-Programm der HAW zu engagieren?

Dr. König: Ich habe in meiner persönlichen Entwicklung immer sehr von Feedback und Erfahrungen anderer Kollegen – ja, es waren vor allem Männer – profitiert. Auch wenn ich nie offiziell Mentee von jemandem war, so habe ich mir ein Netzwerk von interessanten Menschen aufgebaut und sie mitunter zu bestimmten Themen um ihre Meinung gebeten. Das gebe ich nun gern zurück, zumal ich vorher bereits erleben durfte, dass ein solcher Austausch wechselseitig befruchtend und wertvoll sein kann.

Pro Exzellenzia: Welche Herausforderungen sehen sich Hochschulabsolventinnen wie Frau Denker beim Berufseinstieg in einem technischen Feld mit zahlreichen männlichen Kollegen gegenüber?

Dr. König: Zunächst mal sind es die gleichen Herausforderungen, denen auch ihre männlichen Kollegen gegenüberstehen: Natürlich das praktische Anwenden des theoretisch Gelernten, aber vor allem, ein Unternehmen mit seinen Regeln und Strukturen kennenzulernen und einen Platz darin zu finden. Dabei geht es auch darum, die eigenen Wünsche und Erwartungen mit denen des Arbeitgebers und der Kollegen in Einklang zu bringen. Ich erlebe es nur noch ganz selten, dass Frauen hier anders begegnet wird als Männern. Unser Arbeitsfeld ist stark kompetenzbetont, und letztlich hat eine Absolventin eines MINT-Studiums ja bereits eine gewisse Kompetenz bewiesen.

Pro Exzellenzia: Inwiefern leistet das Mentoring-Programm hierbei Hilfestellungen?

Dr. König: Ich wünsche mir, dass das Mentoring dabei hilft, unbefangener an den Berufseinstieg heranzugehen, gerade im Hinblick auf die Geschlechterfrage. Wir dürfen selbst keine vermeintlichen Hürden im Kopf aufbauen. Anders formuliert: Wenn ich ständig darauf fokussiert bin, mich „als Frau“ zu behaupten, komme ich nicht dazu meine eigentliche Arbeit zu machen.

Pro Exzellenzia: Welche Tipps würden Sie Frauen mit auf den Weg in die MINT-Berufswelt geben?

Dr. König: Konzentriert euch auf eure Stärken und macht einen guten Job. Seid selbstbewusst und fordert, was euch zusteht. Und vor allem: vernetzt euch! Sucht den Austausch mit unterschiedlichen Menschen, die euch unterschiedliche Perspektiven vermitteln können.

Pro Exzellenzia: Vielen Dank.

Pro Exzellenzia: Liebe Frau Denker, was hat Sie dazu bewogen am Mentoringprogramm der HAW Hamburg als Mentee teilzunehmen?

Nane Denker: Da ich zwischen meinem Bachelor- und Masterstudium bereits 2,5 Jahre im Bereich offshore Wind gearbeitet habe, konnte ich bereits in der Praxis den Wert und die Entwicklungsmöglichkeiten durch die Unterstützung eines Mentors/Mentorin kennen lernen. Für mich war somit weniger die Frage nach dem ersten Berufseinstieg als meine weitere Entwicklung nach dem Master ein wichtiges Thema. Insbesondere die Reflektion meiner Stärken und Schwächen, eine fachliche, außenstehende Meinung über geeignete Stellen und auch Möglichkeiten zur Entwicklung zur Führungskraft standen für mich im Mittelpunkt. All dies sind Punkte, die im gewöhnlichen Angebot der Universitäten wenig behandelt werden.

Ich finde das Mentoring Programm der HAW Hamburg bietet die außergewöhnliche Möglichkeit von einem solchen Mentoring bereits sehr früh in der Laufbahn der Studenten/Studentinnen. Somit können diese von den Erfahrungen der Mentoren/Mentorinnen profitieren bevor sie selbst ins Berufsleben eintreten.

Pro Exzellenzia: Welche Aspekte, Tipps und Ratschläge waren für Sie aus dem Mentoring mit Frau Dr. König besonders hilfreich?

Nane Denker: Das umfangreichste und für mich bedeutendste Thema in unseren Treffen war letztendlich meine Persönlichkeit, was unter anderem Selbstbild, Auftreten und auch Wünsche umfasst. Ich konnte sehr von Hannahs persönlichen Erfahrungen und ihrer Einschätzung von mir und Feedback für mich profitieren. Sie hat mir „einen Spiegel vorgehalten“ und mir einige Aspekte von mir bewusstgemacht, die mir neu waren. Ich denke, dass dieses Wissen über die eigene Wohlfühlzone und Stärken hilfreich ist, um anschließend den beruflichen Werdegang zu gestalten und die Stärken nutzen zu können. Zudem ist Hannah für mich ein großes Vorbild und es ist großartig zu sehen, was sie alles geschafft hat und sich hier und da ein paar ganz praktische Tipps zu holen, wie sie mit bestimmten Situationen umgeht.

Pro Exzellenzia: Als Absolventin eines technischen Studiengangs befinden Sie sich im Berufsleben in einem männlich dominierten Arbeitsbereich. Wie bereiten Sie sich auf die damit verbundenen geschlechtsspezifischen Herausforderungen in Bezug auf den Einstieg ins Berufsleben vor?

Nane Denker: Zunächst einmal ist nicht nur der Arbeitsbereich, sondern auch das Studium männlich dominiert, entsprechend ist das zum Arbeitsleben hin keine so große Umstellung mehr. Außerdem arbeite ich auch gern mit Männern zusammen. Für mich war hinsichtlich meiner zukünftigen Entwicklung eher die Frage von Frauen in Führungspositionen bzw. auf dem Weg dahin relevant. Hierbei ging es mir um mich als Person und welche Kompetenzen ich hierfür entwickeln muss. Ich denke, dass Frauen gute Führungskräfte sein können und auch zunehmend als solche respektiert werden. Hannah hat mir hier sehr weitergeholfen. Aus ihrer Erfahrung als Führungskraft hat sie mir erklärt worum es bei guter Personalführung geht und was man dazu braucht. Außerdem hat sie die Wichtigkeit vom Netzwerken betont und mir hierfür einige Tipps gegeben. Ich denke die beste Vorbereitung ist es sich realistisch mit den Herausforderungen auseinander zu setzen, die eigenen Stärken einbringen zu können und davon überzeugt zu sein, dass man den Aufgaben gewachsen ist.

Pro Exzellenzia: Welche Kompetenzen konnten Sie sich bereits hierfür im Mentoring-Programm aneignen?

Nane Denker: Die Diskussion und Auseinandersetzung mit den oben genannten Themen haben mir bereits deutlich mehr Klarheit gebracht, bezüglich was mich erwartet und wie ich meine Fähigkeiten sinnvoll einsetzen kann. Außerdem habe ich durch Hannahs Feedback viel über mich selbst gelernt – was für mich tatsächlich der größte Mehrwert aus dem Mentoring-Programm ist.

Pro Exzellenzia: Vielen Dank und Ihnen beiden weiterhin viel Erfolg auf Ihren Karrierewegen!

Weitere Informationen über „Mentoring im Berufsübergang – Gender & Diversität als Potenzial“ an der HAW Hamburg

  • Initiiert von Prof. Dr. Monika Bessenrodt-Weberpals, Vizepräsidentin für Studium und Lehre sowie Gleichstellung der HAW Hamburg, Beiratsvorsitzende bei Pro Exzellenzia 4.0
  • Leitung: Friederike Eickhoff; Koordination: Tanja Böhm
  • Zielgruppe: HAW-Studierende am Ende des Studiums sowie Absolvent*innen bis 1 Jahr nach Studienende
  • Vermittlung einer fachlich und persönlich passenden Person als ehrenamtlich tätige Mentor*in
  • Laufzeit 1 Jahr
  • Rahmenprogramm für Mentees mit Workshops (Potenzialanalyse, Gender & Diversity im Beruf, Rassismus-Sensibilisierung) sowie regelmäßige Themenabende zur Vernetzung; feierliche Auftakt/Abschlussveranstaltung
  • haw-hamburg.de/mentoring