Ich mag das Motto von Pro Exzellenzia, ein Programm für Frauen, die mehr wollen!

Bild von Dr. Hannah König
Dr. Hannah König, Quelle: Manuel Geiger

Dr. Hannah König ist neues Beiratsmitglied von Pro Exzellenzia. Im persönlichen Austausch gibt uns Frau Dr. König Einblicke in ihre berufliche  Vita. Sie verrät uns warum sie sich im Beirat von Pro Exzellenzia engangiert. Sie rät uns mutig zu sein und zur eigenen Meinung zu stehen und erzählt warum sie sich mit Pro Exzellenzia, ein Programm für Frauen, die mehr wollen, identifizieren kann.

Pro Exzellenzia: Liebe Frau Dr. König, wir freuen uns ausgesprochen, dass Sie den Beirat von Pro Exzellenzia mit Ihrer Expertise und Perspektive bereichern. Wie war Ihr Werdegang und Aufstieg bis in Ihre derzeitige Position Leiterin Wind- und maritime Technik der EnBW Energie Baden-Württemberg AG in der Niederlassung Hamburg?

Dr. Hannah König: Herzlichen Dank, ich freue mich auch sehr auf diese neue Aufgabe! Nach meiner Promotion in Mathematik hat mich die Überzeugung in den Bereich Erneuerbare Energien geführt. Gestartet bin ich auf einer Stelle für Elektrotechnik-Ingenieure im Bereich Zertifizierung elektrischer Eigenschaften von EE-Anlagen und habe im selben Unternehmen schnell Management-Aufgaben übernommen. Weiter ging es danach in einer technischen Beratung mit Fokus Offshore Wind, wo ich große internationale Projekte unterstützen durfte. Auch hier wechselte ich schnell ins Management, zuletzt leitete ich dort das gesamte operative Geschäft. Auch habe ich damals bereits für meinen heutigen Arbeitgeber als Beraterin gearbeitet, was mir den Übergang sehr erleichtert hat.

Pro Exzellenzia: Gab es Karrierestrategien von denen sie heute sagen würden, dass sie besonders hilfreich für Ihren Aufstieg waren?

Dr. Hannah König: Ich muss gestehen, dass ich nie bewusst eine bestimmte Strategie verfolgt habe. Rückblickend waren aber sicher die folgenden Faktoren wichtig: Tue, was dir Freude bereitet. So fällt die harte Arbeit, die Voraussetzung jeder Karriere ist, etwas leichter. Sei mutig und sag deine Meinung! Bleibe dabei aber vor allem immer du selbst. Der Wert der Authentizität kann nicht überschätzt werden.

Pro Exzellenzia: Was raten Sie Frauen, vor allem in der Energiebranche, die i. d. R. eine von Männern dominierte ist, hinsichtlich des Aufstiegs ins Management?

Dr. Hannah König: Als ich noch jünger war, hörte ich oft den Rat, mich anzupassen und mein Frausein so gut es geht zu verstecken. Das ist – entschuldigen Sie bitte – kompletter Unsinn. Ja, es gibt gewisse Regeln im Business, die man kennen und respektieren muss. Aber Innovation und Weiterentwicklung entsteht nur aus Diskussionen unterschiedlicher Ideen. Die besten Teams sind heterogen, nicht homogen. Und letztlich weiß jeder, dass gute Arbeit allein nicht reicht, wenn sie nicht gesehen wird. Liebe Frauen, seid euch sicher, bei 80% Männern im Raum fallt ihr auf! Das kann frau auch positiv nutzen, so lange sie fachlich was zu bieten hat.

Pro Exzellenzia: Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrem Engagement als Beiratsmitglied von Pro Exzellenzia?

Dr. Hannah König: Ich mag das Motto von Pro Exzellenzia, ein Programm für Frauen, die mehr wollen! Ich wollte auch immer „mehr“ und weiß aus Erfahrung, wie wichtig es ist, dabei Unterstützung zu bekommen. Wenn ich über das Engagement als Beirat dazu dazu beitragen kann, dass andere Frauen für sich rausfinden, was dieses „mehr“ ist und wie sie dort hinkommen, würde mich das sehr freuen.

Pro Exzellenzia: Wie kann es großen Unternehmen, wie der EnBW Energie Baden-Württemberg AG gelingen, den Anteil von Frauen im Top-Management zu erhöhen und Chancengleichheit herzustellen?

Dr. Hannah König: Für mich gibt es hier zwei wesentliche Aspekte. Zum einen bin ich überzeugt, dass wir an den Schulen anfangen müssen. Um mehr Kandidatinnen für das Top-Management zu gewinnen, braucht es einfach mehr Frauen, die dafür in Frage kommen. Wenn ich aber heute eine Ingenieurstelle ausschreibe, erhalte ich kaum Bewerbungen von Frauen. Einfach weil es zu wenige Absolventinnen relevanter Studiengänge gibt. Das ändern wir nur, wenn wir Schülerinnen dafür begeistern, entsprechende Ausbildungs- und Studiengänge zu wählen. Dafür – und das ist mein zweiter Punkt – braucht es Vorbilder. Es gibt einfach zu wenige Frauen in Top-Führungspositionen, insbesondere in technisch geprägten Unternehmen, die vermitteln, dass dies erstrebenswert ist. Unternehmen wie die EnBW, die da übrigens gute Arbeit leistet, können hier viel bewegen.

Pro Exzellenzia: Ich danke Ihnen sehr herzlich für das Interview!