Social Media für Wissenschaftlerinnen

Social Media für Wissenschaftlerinnen zählte 2019 zu einem unserer Fokusthemen. Die Sichtbarkeit in den sozialen Medien ist für Wissenschaftlerinnen sehr wichtig und wird immer bedeutsamer. Allein die Nachfrage nach dem Workshop „Digitales Selbstmarketing und Social Media für Wissenschaftlerinnen“ mit der Trainerin Susanne Geu, dem Lunchmeeting „Follow me! – Soziale Medien im Kontext wissenschaftlicher Karrieren“ in der Reihe „Pro Exzellenzia meets UHH“ und dem Vortragsabend mit Tijen Onaran „Social Media: Selfieshow oder Selbstpositionierung“ hat gezeigt: Es gibt großen Informations- und Austauschbedarf! Auf den Veranstaltungen wurde deutlich: Es existieren zahlreiche Fragen und Unsicherheiten im Umgang mit den sozialen Medien.

Beim Lunchmeeting „Follow Me!“, das dieses Mal mit den Kooperationspartnerinnen der UHH MIN stattfand,[1] hatten wir tolle Expertinnen aus der Wissenschaft mit an Bord, die dem Publikum von ihren Erfahrungen berichteten und an ihren Expertisen teilhaben ließen. Kira Oster, die Social Media Redakteurin der UHH, führte in ihrem Impulsvortrag mit einer Übersicht über Social-Media-Kanäle, ihre Reichweite und Nutzungsmöglichkeiten für Wissenschaftlerinnen ein und gab den Zuhörerinnen abschießend Dos and Don´ts mit auf den Weg. Prof. Dr. Dorota Koziej (Physik) und Samantha Lutz (Kulturwissenschaften) berichteten von ihren persönlichen Erfahrungen wie sie als Wissenschaftlerinnen die sozialen Medien nutzen und betonten wie wichtig es ist als Wissenschaftlerin die eigene Expertise in den entsprechenden Kanälen wie Twitter, LinkedIn etc. sichtbar zu machen. Zu den zentralen Diskussionsfragen im Forum zählten: Wie gelingt eine Abgrenzung zwischen Privatperson und Wissenschaftsrolle? Wie kann eine Profilbildung (Selbstpositionierung) erfolgen? Was sind „gute“ Posts? …und andere mehr.
Die Frauen hatten die Chance sich während der Veranstaltung via Social Media untereinander sowie mit den Expertinnen und Veranstalterinnen zu vernetzen. Im anschließenden Lunchmeeting wurde begeistern geplauscht, beraten und vernetzt. Eine wirklich schöne und inspirierende Veranstaltung für alle!

Inhaltlich und atmosphärisch wundervoll war auch die Veranstaltung mit Tijen Onaran in Kooperation mit der Brigitte Academy im Warburghaus am 23. November. Mit Tijen Onaran haben wir eine bekannte Social-Media-Expertin, Autorin, Speakerin und Unternehmerin gewonnen. Sie ist eine Macherin und bewegt Themen, Menschen und Projekte. Sie hat unter anderem Global Digital Women ins Leben gerufen, ein Netzwerk, dass sich für die Vernetzung und Sichtbarkeit von Frauen in der Digitalbranche engagiert.
Der Titel des Vortrags „Social Media: Selfie-Show oder Selbstpositionierung?“ verdeutlicht es bereits: Wohl kaum ein anderes Thema wirkt so stark polarisierend wie Social Media. Auf der einen Seite gibt es Menschen, die digitale Abstinenz praktizieren, auf der anderen Seite Influencer*innen, die Produkte und Dienstleistungen via Social Media vertreiben und weitere, die sich über die Kanäle inszenieren. Doch Social Media ist mehr: Es ist auch ein zentrales Vernetzungs- und Kommunikationstool der Gegenwart, mit einer stetig wachsenden Bedeutsamkeit für die berufliche Karriere. Für Wissenschaftlerinnen geht es um die Nutzung sozialer Medien wie beispielsweise Twitter zwecks Austauschs und dem Erhalt aktueller Informationen über Tagungen und Publikationen aus der Wissenschaftscommunity sowie und vor allem um Sichtbarmachung ihrer Expertisen. Im Zentrum steht deshalb, so Tijen Onaran, das Personal Branding. Dieses gilt es Step by Step entlang von drei Fragen aufzubauen: 1. Was ist Dein Ziel? 2. Was macht Dich einzigartig? 3. Wie kommunizierst Du Deine Personal Brand? Es ist wichtig, so Tijen Onaran, eine eigene Position zu entwickeln und aktiv zu vertreten, die authentisch ist. Das Brand muss aber auch zum Medium passen, deshalb geht es darum den für die eigenen Ziele passenden Kanal zu wählen. Während beispielsweise LinkedIn sich anbietet, wenn es um internationale Sichtbarkeit und Vernetzung geht, haben Twitter und Instagram andere Schwerpunkte, so die Expertin. Schlussendlich gibt es in der Social-Media-Welt Dos (Themensettings konsequent etablieren) und Don´ts (politische Statements) – und mit diesen schloss Tijen ihren spannenden und inhaltsvollen Vortrag ab.

In einem persönlichen Gespräch, dass Doris Cornils anschließend mit Tijen Onaran auf der Bühne führte, erfuhren die Zuhörerinnen wie Tijen Onaran selbst als Social Media-Expertin agiert, wie sie ihre Akkus auftankt und warum sie niemals etwas Privates postet, aber dennoch ihre Hunde, die ein sehr wichtiger Bestandteil in ihrem Leben sind, in den sozialen Medien zu sehen sind und sogar eigene Accounts haben. Ich gebe an dieser Stelle offen zu: Ich bin nicht nur inhaltlich, sondern auch auf der menschlichen Ebene Tijen-Fan. Sie ist eine großartige Frau, die Großes vollbringt! Danke für diesen wundervollen Abend!

Unser Dank geht auch an die Brigitte Academy. Wir hatten das große Glück, dass sie als Medienpartnerin an unsere Seite war. Die wundervolle Anissa hat den Abend via Social Media über Instagram begleitet. Vielen lieben Dank an Anissa an dieser Stelle!
Pro Exzellenzia hatte an diesem Abend Instagram-Taufe: Wir sind jetzt also nicht nur auf Twitter, sondern auch auf Instagram aktiv. Sollten Sie mit uns noch nicht dort vernetzt sein, dann freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme!

[1] Danke an Euch, liebe Christina und liebe Sophia für die super Zusammenarbeit; sowie an Sebastian von CLCCs für Deine Unterstützung!

Quelle Foto: Pro Exzellenzia 4.0

Mit Feuer und Flamme für Frauen in Führung.

Die Entstehungsgeschichte dieses neuen Formats ist wundervoll, denn sie basiert auf persönlicher Sympathie unter Frauen und dem gemeinsamen Wunsch etwas Neues für Frauen anzubieten. In kreativen Gesprächen entwickelten Isabel Brandner, Dagmar Adamczewski und Doris Cornils das neue Format „Mit Feuer und Flamme für Frauen in Führung“. In der Winterzeit laden die Universität Hamburg Marketing GmbH und das Hamburger Abendblatt im Rahmen des Weiterbildungsprogramms „Weiterkommen“ gemeinsam mit Pro Exzellenzia 4.0 zu zwei Abenden am virtuellen Kaminfeuer ein, an denen ein Vortrag und der persönliche Austausch im Mittelpunkt stehen.

Unseren Auftakt am 28.11.2019 dürfen wir als Bestätigung für das neue Format auffassen: Wir waren gut besucht, die Atmosphäre war locker und angenehm, es kamen viele interessante Diskussionsfragen auf, die Teilnehmerinnen haben sich miteinander und ihre Visitenkarten ausgetauscht und wir bekamen viele positive Rückmeldungen. Also (viel) mehr geht nicht! In ihrem Vortrag „Bits. Byts. Gender. Impulse für eine geschlechtergerechte digitale Transformation“ ging Doris Cornils auf die aktuellen Herausforderungen im Zuge der digitalen Transformation ein. An Beispielen verdeutlichte sie, warum es für die Zukunft unserer Arbeits- und Lebenswelt von großer Bedeutsamkeit ist, dass wir die digitale Transformation, allen voran die Entwicklung künstlicher Intelligenz (KI), im Sinne einer geschlechtergerechten und von Vielfalt geprägten Welt aktiv mitgestalten. Der Vortrag regte eine interessante Diskussion und Reflexion des eigenen Handelns und der Mitgestaltungsmöglichkeiten an. Im Anschluss an den Vortrag wurden die Gespräche bei alkoholfreiem Glühwein (köstlich) und leckerem Weihnachtsgebäck (ebenfalls lecker) fortgesetzt, wild genetzwerkt und gelacht.

Bei der zweiten Veranstaltung im Winter 2019/2020 von „Mit Feuer und Flamme für Frauen in Führung“ am 25.2.2019 wird es um „Körper & Macht. Die Kunst der Körpersprache“ gehen. Er findet wieder in tollen und wunderschön dekorierten Räumen statt. Wo? Das erfahren Sie nach der Anmeldung: https://pro-exzellenzia.de/event/feuer-und-flamme-fuer-frauen-in-fuehrung-2020/.

Foto: Pro Exzellenzia 4.0

Zertifizierung des dritten Durchgangs der Qualifizierung für Migrantinnen am 3. Dezember 2019.

Wenn wir auf die Anfänge zurückblicken, sahen wir uns im Jahr 2017 einer großen Herausforderung gegenüber diese neu konzipierte Programmlinie für die Zielgruppe bekannt zu machen. Wir haben über das Programm vielfach informiert und es zahlreichen potenziellen Netzwerk- und Kooperationspartner*innen vorgestellt. Nun, drei Jahre später, erfreut es uns, dass die Qualifizierung für Migrantinnen von Jahr zu Jahr mehr Teilnehmerinnen zu verzeichnen hat, die Qualität und Mehrgewinne sich im Netzwerk herumsprechen und inzwischen die dritte Gruppe erfolgreich zertifiziert wurde. Und auch in diesem Jahr zeigte sich, dass die Teilnehmerinnen von dem Mix aus Coaching und Beratung vielfach profitiert haben und dass der Austausch und die gegenseitige Unterstützung innerhalb der Gruppe von großem Gewinn für sie waren.

Wir gratulieren zum erfolgreichen Abschluss!

Foto: Pro Exzellenzia 4.0

Mit Ihnen 10 Jahre Pro Exzellenzia feiern!

Pro Exzellenzia wurde vor zehn Jahren von den damaligen Gleichstellungsbeauftragten der sieben Hamburger Hochschulen gemeinsam mit dem Projektträger Hamburg Innovation GmbH erstmalig ins Leben gerufen. Finanziert wird das Projekt aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) und von der Freien und Hansestadt Hamburg. In unserer Jubiläumsreihe blicken wir gemeinsam mit vielen Akteur*innen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung, Politik, Kultur und Medien auf erfolgreiche zehn Jahre für mehr Frauen in Führung zurück und auf zahlreiche Erfolge, die sich in beindruckenden Biografien von Frauen in Führungspositionen widerspiegeln.
Im Rahmen von acht Jubiläumsveranstaltungen mit verschiedenen Kooperationspartner*innen rufen wir neue Formate ins Leben und bewegen aktuelle sowie zukunftsweisende Themen zu Frauen in Führung und Digitalisierung, Chancengleichheit und Diversity, Wege in die Professur in den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften, Karrierenetzwerke und Networking in der Medizin, Verhandlungsstrategien im Wissenschaftssystem, Macht und Körpersprache sowie Frauen und Führung in MINT. Zu einem weiteren großen Event zählt unser generationsübergreifendes Barcamp zur Zukunft der Arbeit.

Ich bin mir sicher, dass für jede*n von Ihnen etwas Passendes dabei ist. Lassen Sie uns zusammen feiern! Machen wir uns gemeinsam für eine geschlechtergerechte Arbeits- und Führungswelt und für Chancengleichheit stark!

Die Teilnahme an allen Veranstaltungen ist kostenlos. Eine Anmeldung ist über unsere Webseite notwendig. Bitte beachten Sie bei Ihrer Anmeldung, dass einzelne Angebote sich ausschließlich an Frauen richten, andere wiederum für Frauen und Männer geöffnet sind. Hier geht es zur Übersicht und Anmeldung: https://pro-exzellenzia.de/kuenftige-vortraege/

 

 

Mit unserem Qualifizierungsprogramm 2020 weitere Frauen in Führung bringen!

Zusätzlich zu der Jubiläumsreihe gibt es auch im neuen Jahr die vier weiteren Programmlinien. Die Gleichstellungsbeauftragten der sieben Hamburger Hochschulen haben wieder tolle Stipendiatinnen ausgewählt. An dieser Stelle geht mein Dank an alle Gleichstellungsbeauftragten für die gute und produktive Zusammenarbeit!
Im Stipendien-Programm erhalten die Doc- und Post-Doc-Stipendiatinnen nicht nur eine finanzielle Unterstützung, sondern auch ein Qualifizierungsprogramm. Sie nehmen an Workshops teil, treffen sich auf Stipendiatinnentreffen sowie regelmäßig untereinander, besuchen die Bewerbungsberatung, die ihnen auch für Karrierefragen offensteht, haben Anspruch auf zwei Einzelcoachings pro Jahr, nehmen an Vortrags- und Netzwerkveranstaltungen teil und erhalten über die Öffentlichkeitsarbeit von Pro Exzellenzia 4.0 und über die vom ESF Hamburg die Chance als Wissenschaftlerin sichtbar(er) zu werden.

Am 21. Januar 2020 begrüßen wir die neuen Stipendiatinnen bei Pro Exzellenzia 4.0. Stipendiatinnen, die bereits im Programm sind, tauschen sich mit den neuen aus, vernetzen sich und berichten von ihren Erfahrungen bei Pro Exzellenzia 4.0. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge werden wir jene mit einer feierlichen Zertifikatsübergabe verabschieden, die am 31.12.2019 ausscheiden werden. Es gibt so wunderbare Erfolge aus dieser Runde zu berichten. Zwei möchte ich gerne kurz vorstellen. Die Stipendiatin Dr. Ann-Christin Parplys hat das Qualifizierungsangebot von Pro Exzellenzia 4.0 aktiv in Anspruch genommen. Sie berichtete vor einigen Tagen glücklich, dass sie die Zusage für eine Forschungsstelle in einem renommierten, außeruniversitären Forschungsinstitut erhalten habe. Mit dem Forschungsgebiet, das ihr zukünftig obliegt, hat sie ein Alleinstellungsmerkmal als Wissenschaftlerin in Deutschland; und auch international gibt es nur sehr wenige Wissenschaftler*innen, die sich mit der Fragestellung befassen. Wir gratulieren und freuen uns mit Dr. Ann-Christin Parplys über diesen Karriereschritt! Bei der zweiten Stipendiatin handelt es sich um Charlotte Ruhmlieb. Ähnlich wie Dr. Parplys hat sie das Angebot von Pro Exzellenzia 4.0 sehr produktiv für sich nutzen können. Auch an Charlotte Ruhmlieb unsere Glückwünsche zu dem nächsten Aufstiegssschritt! Wir freuen uns sehr, dass wir Euch dabei unterstützen und begleiten durften.

Beide Stipendiatinnen haben durch die Öffentlichkeitsarbeit von Pro Exzellenzia 4.0, in Zusammenarbeit mit der Öffentlichkeitsarbeit der finanzierenden Behörde ESF-Hamburg und anderen Presseorganen, mehr Sichtbarkeit als Wissenschaftlerinnen erlangt. Kürzlich erschien unter der Rubrik „Make it in Hamburg“ beim ESF-Hamburg ein Interview mit Charlotte Ruhmlieb (Sie finden es unter „Über Frauen, die entscheiden mehr zu wollen“ im Blogletter). Mit Dr. Ann-Christin Parplys gab es mehrere Öffentlichkeitsbeiträge; einer davon erschien in der Hamburg Women mit dem Titel „Karriere und Familie – beides bitte!“ http://hamburgwoman.de/karriere-und-familie-beides-bitte/.

Im Workshop-Programm, das sich an Hochschulabsolventen aus MINT, Kunst, Musik, Architektur und Geisteswissenschaften mit dem ersten Wohnsitz in HH richtet, finden Sie im Jahr 2020 viele neue spannende Angebote zur Karriere- und Führungsthemen. Achtsames Selbstmanagement in agilen Zeiten, Kommunizieren und Führen mit der Transaktionsanalyse, Sexualisierung am Arbeitsplatz, Bloggen für Wissenschaftlerinnen, New Work und Führung, Führen aus der Zukunft zählen dazu, um nur einige zu nennen. Dass es sich um ein innovatives neues Portfolio handelt, zeigen uns die Anmeldezahlen. Nach drei Wochen sind bereits die ersten Workshops ausgebucht. Sollten Sie die Voraussetzungen für eine Teilnahme erfüllen, melden Sie sich also schnell an, um einen Platz zu erhalten.  https://pro-exzellenzia.de/kuenftige-workshops/.

Eine hohe Nachfrage haben wir auch bei der Bewerbungsberatung. Auch hier ist bereits der erste Termin im Februar ausgebucht. https://pro-exzellenzia.de/bewerbungsberatung/. Und auch die Plätze für die Qualifizierung für Migrantinnen, die Ende August 2020 startet, sind bereits zur Hälfte vergeben. Hierfür erhalten Sie weitere Informationen und können sich bei Interesse anmelden unter: https://pro-exzellenzia.de/qualifizierung-von-migrantinnen/.

Herzlich Willkommen im Beirat von Pro Exzellenzia 4.0, liebe Dr. Angelika Paschke-Kratzin!

Pro Exzellenzia: Liebe Frau Dr. Paschke-Kratzin, wir freuen uns ausgesprochen, dass Sie den Beirat von Pro Exzellenzia 4.0 mit Ihrer Expertise und Perspektive bereichern. Sie sind Gleichstellungsbeauftragte der Universität Hamburg und Vorsitzende der Landeskonferenz der Gleichstellungsbeauftragten (LaKoG). Wie war Ihr Weg in die Gleichstellung?

Dr. Paschke-Kratzin: Zunächst war ich 21 Jahre Gleichstellungsbeauftragte, zuerst noch Frauenbeauftragte, am Fachbereich Chemie und parallel dazu die letzten neun Jahre Gleichstellungsbeauftragte in der Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften und vier Jahre stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte der Universität Hamburg. Seit nun mehr fast fünf Jahren bin ich Gleichstellungsbeauftragte der gesamten Universität Hamburg.

Meine erste Wahl vor nahezu 26 Jahren verlief so, dass man im Institut für Biochemie und Lebensmittelchemie dringend eine neue Frauenbeauftragte brauchte und mich in Abwesenheit und ohne Rücksprache im Institutsrat wählte. Der Geschäftsführende Direktor begegnete mir nach der Sitzung per Zufall auf dem Flur und gratulierte mir zu meinem neuen Amt. Also, zur Gleichstellungsarbeit bin ich quasi wie die Jungfrau zum Kinde gekommen. Inzwischen bin ich etwas gereift und kümmere mich immer noch um das Thema in all‘ seinen Facetten wie Geschlechtergerechtigkeit, Vereinbarkeit und Diversität; aus Überzeugung und mit Leidenschaft.

Pro Exzellenzia: Gab es Karrierestrategien, von denen sie heute sagen würden, dass sie besonders hilfreich für Sie persönlich waren?

Dr. Paschke-Kratzin: Wenn Sie so wollen, habe ich zwei Karrieren, als Gleichstellungsbeauftragte und als Lebensmittelchemikerin. In beiden Fällen ist die Vernetzung und der Austausch mit nationalen und internationalen Kolleg*innen sehr wichtig gewesen. Und der diplomatische Weg war für mich immer der erste und wichtigste. Wenn man gibt, kann man auch nehmen bzw. fordern.

Pro Exzellenzia: Was raten Sie Frauen, die eine Professur im Wissenschaftssystem anstreben?

Dr. Paschke-Kratzin: Für das Karriereziel Professur sind Flexibilität sowohl geografisch als auch thematisch bezogen auf das Forschungsgebiet wichtig, ein gutes Organisationsvermögen – beruflich wie auch privat und sein Licht nicht unter den berühmten Scheffel zu stellen, sondern selbstbewusst, bestimmt und doch verbindlich aufzutreten. Und auch hier gilt es, immer wieder zu netzwerken und sich bekanntzumachen. Auf dem Weg zur Professur braucht es manchmal einen etwas längeren Atmen. Die Leidenschaft für das Thema, die auch Voraussetzung ist, lässt einen jedoch meistens nicht in Luftnot geraten.

Pro Exzellenzia: Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrem Engagement als Beiratsmitglied von Pro Exzellenzia 4.0?

Dr. Paschke-Kratzin: Da ich aus den Naturwissenschaften komme, ist mir die Frauenförderung immer noch eine DER Herzensangelegenheiten. Dies ist ein Kernthema von Pro Exzellenzia. Hier unterstütze ich gern und gebe Ideen zu Projekten und Impulse aus der langjährigen Erfahrung in der Gleichstellung bzw. Gleichstellungspolitik. Als echte Hamburgerin freue ich mich natürlich auch ganz besonders, ein solches Projekt für diese wunderbare Stadt unterstützen zu können.

Pro Exzellenzia: In drei Stichworten: Was sind die zentralen Gleichstellungsthemen der Zukunft? Besonders im Hinblick auf Führungskompetenzen und Gender.

Dr. Paschke-Kratzin: Das Zusammenspiel von Diversität und Geschlechtergerechtigkeit zu meistern, ohne dabei die Frauenförderung in den Bereichen, in denen Frauen noch unterrepräsentiert und strukturell benachteiligt sind, zu vergessen und vor allem auch immer wieder die Führungskräfte für die Querschnittsthemen Geschlechtergerechtigkeit, Vereinbarkeit und Diversität zu sensibilisieren.
Alle, auch die Männer, mit in die Pflicht für mehr Chancengleichheit zu nehmen – Gerechtigkeit gelingt nur, wenn alle Geschlechter etwas davon haben und daran beteiligt werden.
Letztlich eine angemessene Teilhabe aller zu sichern, unabhängig von Geschlecht, familiären Verpflichtungen, Alter, Herkunft, Beeinträchtigung, Orientierung oder Religion. Dabei ist individuelle Förderung nur eine Sache, auch das System und Bewusstsein müssen sich bewegen.

Pro Exzellenzia: Ich danke Ihnen sehr herzlich für das Interview!

Foto Quelle: Dr. Paschke-Kratzin UHH

„Es ist wichtig, seine Potentiale zu kennen.“

Pro Exzellenzia-Stipendiatin Charlotte Ruhmlieb im Interview in „Meine Chancen in Hamburg“ vom ESF-Hamburg.
​​​​​ Als Doktorandin der Chemie forscht Charlotte Ruhmlieb an der Uni Hamburg. Im Rahmen eines Stipendiums von Pro Exzellenzia 4.0 erarbeitete sie sich neue Techniken, um ihre Kompetenzen zu entwickeln.

Wie ich zu dem Projekt gekommen bin…

Mein erster Kontakt zu diesem großartigen Projekt liegt erst zwei Jahre zurück: Über die News der Stabsstelle Gleichstellung bin ich auf die Veranstaltungsreihe „Pro Exzellenzia meets MIN“ aufmerksam geworden. Ganz besonders habe ich mich für das in diesem Rahmen angekündigte Lunch-Meeting „Den eigenen Weg finden … und Professorin werden“ interessiert und habe mich schließlich dafür angemeldet. Nach den sehr spannenden Berichten der eingeladenen Hamburger Professorinnen über ihre Karrierewege habe ich beim anschließenden gemeinsamen Lunch die Bekanntschaft zu einigen Stipendiatinnen von Pro Exzellenzia 4.0 machen dürfen – und war begeistert! Die charismatischen jungen Frauen aus den unterschiedlichsten Fachgebieten haben lebhaft von dem vielschichten Programm, ihren persönlichen Fortschritten und klaren beruflichen Zielen berichtet. Als Doktorandin der Chemie, die sich frühzeitig für eine akademische Laufbahn entschieden hat, stellte sich Pro Exzellenzia 4.0 sofort als die ideale Unterstützung meiner Person und meiner beruflichen Karriere dar. Daher habe ich mich beworben. Seit Januar 2019 werde ich als Stipendiatin von Pro Exzellenzia 4.0 gefördert und darf vom umfangreichen Angebot des Programms profitieren.

Was ich im Projekt gelernt habe…

Neben der finanziellen Unterstützung setzt sich die Begleitung und Unterstützung durch Pro Exzellenzia 4.0 zusammen aus auswählbaren Workshops, Einzelcoachings, Stipendiatinnentreffen sowie dem Besuch von (Vortrags-)Veranstaltungen. Der Umfang des Gelernten lässt sich in der Kürze kaum abbilden, daher beschränke ich mich auf die übergeordneten Erkenntnisse, die ich während der Zeit bei Pro Exzellenzia 4.0 sammeln durfte. Erstens: Es ist wichtig, seine Potentiale zu kennen. Doch ich halte es für noch wichtiger, zu wissen, wie man aus diesen Potentialen schöpfen kann, d.h. Werkzeuge zu kennen, um stets das beste Ergebnis für sich zu erzielen. In den Workshops habe ich viele solcher Werkzeuge kennengelernt, z.B. das Einsetzen der Stimme und der Körpersprache, auf die ich zurückgreifen kann. Natürlich sollte man nicht davon ausgehen, dass die erarbeiteten Techniken und Methoden von heute auf morgen in Perfektion umgesetzt sind. Damit das Werkzeug seine Wirkung entfalten kann, braucht es viel Übung. Kompetenzentwicklung ist schließlich ein Prozess. Und dieser Prozess ist besonders effektiv, wenn man sich selbst kritisch reflektiert, seinen Optimierungsbedarf differenziert registriert und offen dafür ist, sich zu korrigieren und schließlich Schritt für Schritt zu verbessern. Zweitens: Es gibt nicht den all-inclusive Workshop. Es lohnt sich, verschiedene Workshops mit einem thematischen Überlappungsbereich zu besuchen. Dies ist mir bei den Workshops zum übergeordneten Thema „Führungskompetenzen“ aufgefallen. Erst die sinnvolle Kombination der verschiedenen Schwerpunkte ergibt das große Ganze. Drittens: Die Macht des Netzwerkens ist nicht zu unterschätzen. Dies ist mir während der Begleitung und Unterstützung durch Pro Exzellenzia 4.0 bewusster geworden.

Was ich geändert/umgesetzt habe…

Ich versuche das in den Workshops Gelernte im Alltag anzuwenden, sodass ich die vermittelten Techniken zukünftig sicher und intuitiv anwenden kann. Was ich bisher z.B. sehr bewusst geändert bzw. umgesetzt habe ist, mein Gespür für Situationen auch zu nutzen und Gelegenheiten nicht nur zu erkennen, sondern auch den Mut zu haben, diese zu ergreifen.

Was ich jetzt mache…

Aktuell befinde ich mich in der finalen Phase meiner Promotion an der Universität Hamburg und habe die vielversprechende Aussicht auf einen Postdoc-Aufenthalt im Ausland.

Was mir am Projekt am meisten gefallen hat…

Die sehr praktisch ausgelegten Workshops, geleitet durch Fachexpertinnen mit spürbarer Erfahrung im Coaching, haben mir sehr gut gefallen. Hierzu beigetragen haben auch die stets angenehme Atmosphäre und der respektvolle Umgang unter den Workshop-Teilnehmerinnen. Der rege Austausch unter den Frauen gab den Veranstaltungen immer eine besondere Dynamik, die inspirierend auf mich wirkte. Hervorzuheben sind auch die persönlichen Einzelcoachings, in denen sehr individuell meine persönliche Karriere- und Kompetenzentwicklung reflektiert wurde. Auch den persönlichen Kontakt zu der engagierten Projektleiterin Doris Cornils, der ebenso sympathischen Projektkoordinatorin Nele Gerkens sowie der hilfsbereiten Projektassistenz Lina-Josephine Berte, habe ich sehr zu schätzen gewusst.

Was ich mir für meine berufliche Zukunft wünsche…

Ich wünsche mir für meine berufliche Zukunft, dass meine Forschung zur Plasma-unterstützen Nanostruktursynthese erfolgreich ist und lobende Anerkennung beim Fachpublikum findet. Zu meinen Wünschen gehört auch die weitere Finanzierung meiner Forschung, und dass ich eventuell die Gelegenheit haben werde, in Haupt-Verantwortung eine eigene Arbeitsgruppe zu leiten. In diesem Zusammenhang möchte ich gerne anderen Frauen ein Vorbild sein und sie dazu inspirieren, eine wissenschaftliche Karriere anzustreben.

Quelle: https://www.esf-hamburg.de/13326710/charlotte-ruhmlieb-meine-chancen-in-hamburg/.

Quelle Foto: Privat.

Fit für New Work.

Wie man in der neuen Arbeitswelt erfolgreich besteht – so der Untertitel des Buches von Christiane Brandes-Visbeck und Susanne Thielecke – diesem Thema stellen sich viele Veröffentlichungen. Aber es gibt nur wenige, die den Fokus auf New Work legen und aus vielschichtigen Perspektiven das Konzept beleuchten. Den Autorinnen ist es gemeinsam mit weiteren Expertinnen gelungen, Wissenswertes über neue Arbeitsformen wie Co-Working und Methoden wie Design Thinking zu vermitteln und die Leser*innen die Relevanz eines neuen Mindsets und Führungsverhaltens zu verdeutlichen. Wenn Sie sich für New Work interessieren, dann kann ich Ihnen nur wärmstens ans Herz legen an der Buchverlosung teilzunehmen. Christiane Brandes-Visbeck, die ich in diesem Jahr bei einem gemeinsamen Treffen persönlich kennenlernen durfte – das Gespräch und ihre Persönlichkeit haben mich sehr inspiriert – hat das Buch für die Verlosung zur Verfügung gestellt und es handsigniert. Ich freue mich außerordentlich, dass wir sie als Expertin für New Work und Digital Leadership gleich für zwei Pro Exzellenzia-Workshops in 2020 gewinnen konnten!

Gewinnen Sie „Fit für New Work“!

Bitte senden Sie an pro-exzellenzia@hamburginnovation.de eine E-Mail mit dem Betreff „New Work“ und Ihrer Postanschrift. Einsendeschluss ist Montag, der 13.01.2020.

New Work Barcamp 2020: Generationsübergreifend die Zukunft der Arbeit gestalten!

New Work als Bewegung, Ansatz und Sammelbegriff wird vielerorts unter der Frage diskutiert: Wie wollen wir wirklich in Zukunft arbeiten? Ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit dem Thema, besuche Veranstaltungen wie z. B. die New Work Experience, und stelle dabei immer wieder fest, dass nur eine ganz bestimmte Alterskohorte dort zusammenkommt: Menschen zwischen 25 und Ende 30. Dadurch kam der Wunsch und die Idee zustande ein Barcamp bei Pro Exzellenzia zu initiieren, in dem Menschen verschiedener Generationen zusammentreffen. Im New Work Barcamp 2020 #nwbc20 wollen wir die Zukunft der Arbeit aus der Sicht verschiedener Generationen beleuchten. Wir verfügen über unterschiedliche Perspektiven & Erfahrungen, wenn es um sinnstiftende und zukunftsweisende Arbeit geht. Wir stellen andere Fragen, wenn wir U25, zwischen 30 und 40 oder Ü50 sind. Wir können voneinander lernen und uns gegenseitig inspirieren. Inzwischen konnte ich andere von der Idee begeistern. Seit vielen Monaten treffen wir uns in unserer sog. Master-Mind-Gruppe, in der wir uns mit den Fragen und Themen für das Barcamp beschäftigt haben. Es war und ist ein toller und spannender Gemeinschaftsprozess! [1] Die Tutech-Academy ist ebenfalls vertreten und ist bei dieser Veranstaltung als Kooperationspartnerin an der Seite von Pro Exzellenzia 4.0.

Wir haben in der Master-Mind-Gruppe folgende Impulse für das Barcamp angedacht:

  • Neuverteilung und Sinn von Arbeit
  • Führung und Vereinbarkeit 4.0
  • Double- & Single-Parent-Career
  • Entgrenzung & Digitalisierung: Gestaltungsmöglichkeiten und Risiken
  • Werte & Führung
  • Sinn & Berufsfindung

Hier geht es zur ausführlichen Beschreibung der Ideen und zur Anmeldung: https://pro-exzellenzia.de/event/new-work-barcamp-2020-generationsuebergreifend-die-zukunft-der-arbeit-gestalten/.

Wer hat Interesse und Lust beim Barcamp mit einer Session dabei zu sein? Meldet Euch mit Euren Ideen bei uns per E-Mail pro-exzellenzia@hamburginnovation.de.

Wir freuen uns auf eine spannende gemeinsame Veranstaltung am 4. September 2020 und planen die gewiss interessanten Resultate der Unkonferenz fest- und nachzuhalten.

[1] Ihr seid großartig! Danke für Eure Zeit, Euer Knowhow und unsere tollen Treffen, die jedes Mal so viel Kreatives hervorgebracht haben! Nur gemeinschaftlich kann so etwas Großartiges entstehen.