Dr. Juliane Handschuh

Workshop

Quelle: Dr. Juliane Handschuh

Dein beruflicher Werdegang:
Nach über zehn Jahren in der Forschung – Promotion und viereinhalb Jahre Postdoc – habe ich mich bewusst gegen eine Zukunft im Wissenschaftssystem entschieden: Die Perspektiven dort (Professur oder befristete/koordinative Stellen) passten nicht zu meinem Wunsch nach mehr Autonomie und Gestaltungsspielraum. Da ich während meiner Zeit in der Forschung immer mit Begeisterung gelehrt habe, war der Schritt in die freiberufliche Trainerinnentätigkeit naheliegend: Hier kann ich meine Erfahrungen aus Wissenschaft und Forschung – inklusive eigener Führungserfahrung – gezielt an Wissenschaftler*innen weitergeben und für ihre Entwicklung nutzbar machen.

Welche Schwerpunkte umfasst dein Angebot als Coach/Trainerin?

Mein Angebot ist thematisch breit aufgestellt, mein Fokus liegt dabei klar auf der Zielgruppe: Wissenschaftler*innen. Ich stärke die Kompetenzen, die für das Arbeiten in der Wissenschaft – und perspektivisch auch außerhalb davon – gebraucht werden, und arbeite dabei die Besonderheiten des Berufsfeldes klar heraus. Dazu gehören Führungskompetenzen, Kommunikation und wissenschaftliches Schreiben, Zeit- und Selbstmanagement, Netzwerken sowie die Sensibilisierung für unbewusste Biase. Ein wichtiger roter Faden ist außerdem das Empowerment von Frauen und diversen Personen in männerdominierten Bereichen.

Wie ist die Zusammenarbeit mit Pro Exzellenzia (lead) entstanden und was schätzt du an unserem Projekt besonders?

Der Kontakt ist ein schönes Beispiel für gelungenes Netzwerken: Meine damalige Mentorin Deborah Ruggieri, die mich auf meinem Weg in die Selbstständigkeit als Coach begleitet hat, hat meinen Namen bei Pro Exzellenzia ins Spiel gebracht – so kam 2023 die erste Anfrage für einen Workshop zustande. Was ich an der Zusammenarbeit besonders schätze: ein tolles Team mit professioneller, strukturierter Koordination und durchweg guter Kommunikation auf Augenhöhe. Genauso schätze ich die Teilnehmerinnen selbst – ihre Offenheit und den Erfahrungsschatz, den sie mitbringen. Im Kurs entsteht dadurch ein wirklich guter Austausch, in dem wir theoretische Modelle sehr gut mit gemachten Erfahrungen verbinden und gemeinsam Handlungsoptionen für die Zukunft erarbeiten.

Frauen auf ihrem beruflichen Weg in Richtung Führung zu unterstützen ist dir wichtig, weil…
… ich immer wieder erlebe, wie gesellschaftliche Prägungen und Rollenbilder Frauen den Weg in Führung erschweren – und genau das möchte ich aufbrechen helfen. Dabei geht es mir nicht nur um den Transfer von Führungsmodellen, sondern vor allem um die eigene Haltung: Wer sich klein machen lässt, bleibt klein. Ich möchte Frauen dabei unterstützen, hinter ihren Kompetenzen als Führungspersönlichkeit zu stehen. Dafür biete ich fundierte Modelle zum Thema Führung, mit denen sie ihre Kompetenzen reflektieren und gezielt stärken können, ohne sich selbst zu verlieren.

Was bedeutet „Female Leadership“ für dich?
Für mich grenzt sich Female Leadership klar von einem stereotyp männlich geprägten Führungsverständnis ab. Ich plädiere für Menschlichkeit, Empathie und die Fähigkeit zur Selbstreflexion als zentrale Führungskompetenzen. Niemand sollte sich in die Vorstellung einer perfekten Führungskraft pressen lassen – stattdessen geht es darum, die eigene Rolle in diesem Feld zu finden und auszufüllen. Denn jeder Mensch ist anders, und genauso ist jede Führungskraft anders. Es gibt viele Modelle, die dabei helfen, die eigene Haltung und Rolle zu reflektieren und weiterzuentwickeln – und genau in diesem Spannungsfeld zwischen allgemeingültigen Modellen und individuellen Stärken finden meine Workshops statt.

Das Projekt Pro Exzellenzia lead wird von der Europäischen Union und von der Freien und Hansestadt Hamburg (FHH) finanziert. Die Förderlaufzeit von Pro Exzellenzia lead ist vom 01.01.2025 bis 31.12.2028. Projektträger ist Hamburg Innovation GmbH.
Europäischer Sozialfonds
Stadt Hamburg