AUSGABE 1 VOM 28.3.2017


 Liebe/r Leser*in,

wir grüßen Sie herzlich und freuen uns, dass Sie auch in der neuen Förderperiode von Pro Exzellenzia 4.0 (Laufzeit 2017-2020) dabei sind!

In die neue Förderperiode starten wir mit tollen und hochkarätigen Vortragsveranstaltungen und Workshops – die ab sofort auch für Hochschulabsolventinnen, Promovierende und Postdocs aus den Geisteswissenschaften geöffnet sind (!) – sowie mit unseren neuen Programmlinien „Bewerbungsberatung“ und „Qualifizierung von Migrantinnen“. Neben diesen Themen berichten wir in unserem ersten Newsletter 2017 von unserem Kennenlerntreffen mit den neuen Pro Exzellenzia-Stipendiatinnen, weisen auf die „Chefsache Konferenz“ in Berlin hin – bei der wir dabei sein werden – und vieles mehr.
Nicht nur Christine de Pizan, die in dieser Ausgabe im Mittelpunkt unserer Serie „Role Models: Frauen ermutigen Frauen“ steht, ist uns ein inspirierendes Vorbild, sondern auch unser neues Beiratsmitglied Dr. Eva Wlodarek, die wir Ihnen in einem persönlichen Interview vorstellen. Mit einem spannenden Input schließen wir den Newsletter ab! Versprochen!

Eine schöne Frühlingszeit wünschen Ihnen
Doris Cornils & Anne-Kathrin Guder

WAS WIR ERLEBT HABEN

Neu.de in Pro Exzellenzia 4.0! Wie im letzten Newsletter bereits verkündet: Pro Exzellenzia 4.0 wurde bewilligt! Damit verbunden ist die Öffnung des Programms für Geisteswissenschaftlerinnen, die Einführung einer regelmäßig stattfindenden Bewerbungsberatung sowie die Programmlinie Qualifizierung von Migrantinnen.
Dass wir das Workshopprogramm für Hamburgs Geisteswissenschaftlerinnen öffnen können, erfreut uns sehr, denn uns haben in der Vergangenheit immer wieder Anfragen von Hochschulabsolventinnen, Promovierende und Postdocs aus diesen Fachbereichen erreicht!
Die neue Programmlinie Bewerbungsberatung steht Frauen aller Zielgruppen zur Verfügung. Sie können sich rund um das Thema Bewerbungen beraten lassen. Dazu zählen: Die Entwicklung von Bewerbungsunterlagen, die die Chance auf Einladungen zu Vorstellungsgesprächen erhöhen sowie die Aneignung von Kommunikationsstrategien für erfolgreiche Bewerbungsgespräche, die Besprechung von Arbeitsreferenzen etc. Das Besondere an unserem Beratungsangebot ist, dass sowohl die Unterlagen als auch die Vorstellungsgespräche mit der Aneignung erfolgreicher Selbstdarstellungsstrategien angereichert werden! Denn: Der erste (positive) Eindruck zählt! Alle weiteren Infos – bzgl. Anmeldung, Terminen usw. – finden Sie auf unser Homepage unter der Rubrik Qualifizierung.
Mit der ebenfalls neuen Programmlinie Qualifizierung von Migrantinnen erhalten Frauen, die über einen in Deutschland anerkannten Hochschulabschluss verfügen, die Möglichkeit sich, mittels eines von uns entwickelten modularisierten Workshop- und Coaching-Konzepts, mit den Zugangsbedingungen des Hamburger Wissenschaftssystems vertraut zu machen. Dadurch soll hochqualifizierten Frauen, die aufgrund von Migration potenziell mit größeren Hürden bzgl. des Zugangs zum Wissenschaftssystem konfrontiert sind, dieser erleichtert werden. Weitere Informationen über die Teilnahme erhalten Sie in Kürze über unsere Verteiler und auf unserer Homepage.
Bitte teilen Sie die Infos über unsere neuen Programmlinien in Ihren Netzwerken und mit Interessierten! Vielen Dank!

Lesen Sie "Pro Exzellenzia geht erfolgreich in die nächste Runde", Pressemitteilung der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung vom 22.03.2017: http://www.hamburg.de/bwfg/8424672/2017-03-22-bwfg-pro-exzellenzia-geht-erfolgreich-in-die-naechste-runde/

Unser Workshopprogramm ist erfolgreich gestartet … und es erwarten die Teilnehmerinnen tolle Inputs.So zum Thema Wertschätzung und Anerkennung geben und erhalten, was in der Arbeitswelt (leider) nicht selbstverständlich ist. Da eine Führungskraft, die auf diese Werte und Haltungen baut, und ebenso ihre Mitarbeitenden, erfolgreicher und zufriedener sind, haben wir es neu im Programm. Kompetenzen für die Arbeitswelt 4.0 können Sie sich nicht nur in diesem, sondern auch in den anderen spannenden Workshops aneignen. Sie haben die Gelegenheit sich mit Ihrem überzeugenden Auftreten durch Stimme und Gestik, aber auch mit sicherer Verhandlungsführung zu befassen. Sie können an Ihren persönlichen und beruflichen Visionen und Zielen im Bereich Führung arbeiten, Ihre Schlagfertigkeit trainieren, sich mit unterschiedlichen Karrierewegen beschäftigen und sich dem Thema „Familie & Karriere“ widmen. Vielleicht sind es auch die Machtspiele in Organisationen, ein individuell passendes Zeitmanagement oder die Frage nach einem gesunden (möglichst stressreduziertem) Aufstieg, die Sie brennend interessieren. Dann melden Sie sich zügig über unsere Homepage an, denn die Plätze sind rar und schnell vergeben.
Erstmalig haben Sie bei Pro Exzellenzia die Möglichkeit, sich auch mit dem Thema Bewerbungen sowohl in einem Workshop als auch in einer regelmäßig stattfindenden Bewerbungssprechstunde (mehr dazu auch unter „Neu.de in Pro Exzellenzia 4.0!“) intensiv zu beschäftigen. Wir freuen uns auf Sie!

ESF-Fachtagung in Berlin: Gleichstellung der Geschlechter – Antidiskriminierung und ökologische Nachhaltigkeit, das sind die drei Querschnittsaufgaben des ESF. Als ein durch das ESF-gefördertes Programm ist es für uns von großem Interesse mit anderen Akteur*innen in den Austausch zu kommen und mehr über ihre Erfahrungen bei der Umsetzung der Querschnittsaufgaben zu erfahren. Für Erfahrungsaustausch war in den Pausen und während des köstlichen Caterings viel Raum – und durch die Teilnahme an der Podiumsdiskussion „Lessons learnt“ sowie am „Forum Gleichstellung“ konnten wir eine Menge mitnehmen.
So zum Beispiel: Um Veränderungen – wie z. B. die Chancengleichheit der Geschlechter – in Organisationen zu implementieren, braucht es, dass
a) die Spitzenvertreter*innen der Organisation dahinterstehen (Top-Down)
b) die Top-Führungskräfte diese Ziele glaubhaft gegenüber ihren Mitarbeitenden vertreten
c) die Ziele in Leitlinien verbindlich festgeschrieben werden
d) alle Organisationsmitglieder zum Thema geschult werden
Nur so kommt es zu einer Veränderung der Unternehmenskultur und einer dauerhaften, erfolgreichen Implementierung von Veränderungsprozessen.
Wir bedanken uns bei der Agentur für Querschnittsziele im ESF für die Chance, an diesem interessanten Erfahrungsaustausch teilzunehmen und freuen uns auf das nächste Mal!

Die Begrüßung unserer neuen Stipendiatinnen:  Es war schön, es war inspirierend und es hat Spaß gemacht! Am 02. März 2017 haben wir die neuen Stipendiatinnen von Pro Exzellenzia 4.0 begrüßt.
In angenehmer Atmosphäre tauschten wir uns aus und erfuhren gegenseitig eine Menge voneinander. Die Stipendiatinnen berichteten aus ihren spannenden Biografien, von ihren beruflichen Zielen sowie ihren Erwartungen an Pro Exzellenzia und Anne-Kathrin Guder und Doris Cornils führten sie in das umfassende Angebot für Stipendiatinnen ein. Neben der finanziellen Unterstützung (Säule I: Stipendium) erwerben die Stipendiatinnen im Qualifizierungsprogramm (Säule II: Coaching, Workshops, Vortragsveranstaltungen) umfassende Karriere- und Führungskompetenzen. Darüber hinaus erhalten sie die Chance auf die interessanten Netzwerkkontakte von Pro Exzellenzia zurück zu greifen bzw. von diesen für ihre berufliche Karriere zu profitieren. Dazu zählt in diesem Jahr beispielsweise eine Einladung zur Teilnahme an der „Chefsache Konferenz“ (siehe auch unter „Was wir wollen“) am 29. Mai 2017 in Berlin, auf der Anne-Kathrin Guder und Doris Cornils als Preisträgerinnen des „Chefsache Award 2016“ mit einem Beitrag vertreten sein werden. Die Stipendiatinnen haben auf dieser Konferenz die Möglichkeit, einflussreiche Akteur*innen aus Wissenschaft und Wirtschaft persönlich kennenzulernen und interessante Kontakte zu knüpfen.
Wir freuen uns über viele (weitere) Möglichkeiten des Austausches und auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit unseren Stipendiatinnen!

WAS WIR WOLLEN

„Chefsache-Konferenz" am 29. Mai 2017 in Berlin - seien Sie dabei!
Die „Initiative Chefsache – Wandel gestalten für Frauen und Männer“ ist ein branchenübergreifendes Netzwerk von Unternehmen sowie öffentlichen, wissenschaftlichen und sozialen Institutionen, die sich für mehr Ausgewogenheit von Frauen und Männern in Führungspositionen einsetzen. Mitglieder der Initiative sind sowohl Vertreter der Wirtschaft wie die Deutsche Telekom, Siemens, IBM, Allianz, Bayer, McKinsey & Company als auch öffentliche und wissenschaftliche Institutionen, wie das Bundesministerium der Verteidigung und die Fraunhofer-Gesellschaft. Auch die Medien sind u.a. durch DIE ZEIT vertreten. Ziel von Chefsache ist es, bestehende Vorurteile sowie Rollenstereotype im Denken und Handeln abzubauen, Chancengerechtigkeit zu fördern und damit die Grundlage für gesellschaftlichen Wohlstand zu legen. Schirmherrin der Initiative Chefsache ist Bundeskanzlerin Angela Merkel. 
Im Rahmen ihres Leitgedankens bringt die Initiative zahlreiche Aktivitäten auf den Weg. Auf dem ZEIT Wirtschaftsforum im Hamburger Michel wurde am 03. November 2016 erstmalig der „Chefsache Award“ verliehen. Preisträgerinnen waren Anne-Kathrin Guder und Doris Cornils von Pro Exzellenzia (siehe Newsletter Nr. 3/2016)! Mit der Auszeichnung werden Projekte gewürdigt, die sich beispielhaft und nachhaltig für die Chancengerechtigkeit von Männern und Frauen einsetzen. Zu den Aktivitäten 2017 zählen die Veröffentlichung eines FLEX-Reports sowie die Entwicklung von Managementempfehlungen, inklusive "Toolbox". Das Highlight des Jahres wird die „Chefsache-Konferenz“ am 29. Mai in Berlin; ein prominentes Flagship-Event der Initiative. Zu Gast sind 300 Spitzenvertreter*innen aus Wirtschaft (Großkonzerne, Mittelstand, Start-ups), Wissenschaft und Kultur sowie ausgewählte Meinungsführer*innen (z.B. Blogger, Publizisten) und Journalist*innen. Hier treffen Entscheider*innen aufeinander, Best Practices werden geteilt und das Publikum wird durch die Vielfalt der Vorträge zum "Umdenken" angestoßen. Claudia Nemat, Vorstand Technologie und Innovation der Deutschen Telekom AG, wird einen zukunftsgerichteten Impuls geben und weitere Expert*innen zum Thema Führung 4.0, Unconscious Bias und Kommunikation werden dabei sein. Darunter auch das Pro Exzellenzia-Team Anne-Kathrin Guder und Doris Cornils! Wir freuen uns darauf!
Sollten Sie Interesse an der Teilnahme oder weiteren Infos zur Konferenz haben, besuchen Sie gerne: https://initiative-chefsache.de/de/veranstaltungen

Vortragsabende mit innovativen Themen, hochkarätigen Referent*innen und Role Models. Diesen Mix haben wir im Programm! Wir freuen uns, dass der Coach und Autor Dr. Peter Modler am 27. März 2017 im Spiegelsaal des Hamburger Museums für Kunst und Gewerbe zentrale Themen aus seinem neuesten Buch „Die freundliche Feindin. Wie Frauen andere Frauen an der Karriere hindern und was sich dagegen tun lässt“, vorstellt. Dr. Modler hat sich intensiv mit den Konkurrenz-Mechanismen unter Frauen beschäftigt. Entlang zahlreicher Beispiele aus dem beruflichen Alltag zeigt er diese Mechanismen auf und erläutert wie mehr Solidarität unter Frauen realisierbar ist.
Und auch die Erfolgsautorin, Psychologin und unser neues Beiratsmitglied Dr. Eva Wlodarek (siehe dazu auch das Interview in der Rubrik „Über Frauen, die entscheiden mehr zu wollen“) widmet sich in ihrem Vortrag am 24. April 2017 einem Feld, das unserer Ansicht nach von großer Bedeutsamkeit ist: Wertschätzung, Anerkennung und Dankbarkeit als Führungskompetenz der Zukunft! Im Rahmen unserer Auftaktveranstaltung der neuen Förderperiode von Pro Exzellenzia 4.0 in den schönen Räumen des Warburg-Hauses führt uns Dr. Wlodarek in die psychologischen Faktoren Anerkennung, Wertschätzung und Dankbarkeit ein. Für das Grußwort dieser Veranstaltung konnten wir unser Beiratsmitglied Dr. Regina Back gewinnen. Frau Dr. Back ist ehemalige Stipendiatin von Pro Exzellenzia und heute Geschäftsführerin der Claussen-Simon-Stiftung, damit ein Role Model in Sachen Karriere und Aufstieg in Führung. Ihren beeindruckenden beruflichen Karriereweg können Sie im Interview mit Frau Dr. Back in dem Newsletter Nr. 1/2016 (siehe Archiv auf unserer Homepage) nachlesen.

„Wir machen Sie erfolgreich! Auf dem MINT-Event in Kooperation mit der Zeitschrift „Emotion“ freuen wir uns am 17. Mai 2017 Akademikerinnen die Chance zu eröffnen mit weiblichen Vorbilder aus der Wirtschaft in Kontakt zu kommen. In Impulsvorträgen verraten beruflich erfolgreiche Frauen ihre persönlichen Karrierestrategien und geben wertvolle Tipps für eine Karriere als Frau in männerdominierten Berufsfelder der MINT-Branchen. Die bekannte Managementtrainerin und Beiratsmitglied von Pro Exzellenzia, Marion Knaths, verdeutlicht in ihrem Vortrag die männlichen Spielregeln der Macht. Der MINT-Abend an der Universität Hamburg klingt mit persönlichen Austausch und Networking aus. Veranstaltungsort: ESA West (Raum 221), Edmund-Siemers-Allee 1, 20146 Hamburg. Einlass: 18 Uhr. Beginn: 18:30 Uhr. Tickets (10 Euro) und Anmeldung unter www.emotion.de/mint2017hh

ÜBER FRAUEN, DIE ENTSCHEIDEN MEHR ZU WOLLEN

Christine de Pizan – ein historisches Role Model In unserer neuen Serie „Role Models: Frauen ermutigen Frauen“ steht heute Christine de Pizan (*1365, †1430) im Mittelpunkt, eine selbstbewusste, unerschrockene, mutige Frau, die – wie wir finden – nicht in Vergessenheit geraten soll(te). Sie zählt zu den Frauenpersönlichkeiten des späten Mittelalters und gilt als erste französische Berufsschriftstellerin und Verlegerin.

Christine de Pizan setzte sich für die Rechte der Frauen ein – in einer Zeit, in der dem weiblichen Geschlecht keine Rechte auf Selbstbestimmung zugesprochen wurden. Dass sie sich bereits in jungen Jahren dem Studium der Literatur widmen konnte, wird auf die liberale Einstellung ihres Vaters zurückgeführt. Bereits mit 25 Jahren ist Christine de Pizan Witwe und alleinerziehende Mutter von drei Kindern, die sie zunächst durch das Kopieren fremder Literaturwerke ernährt. Sie findet einflussreiche Finanziers, die später ihre eigenen literarischen Werke unterstützen. Zunächst widmet sie sich dem Gedichteschreiben, konzentriert sich nachfolgend aber immer mehr auf die Kritik frauenfeindlicher Literatur ihrer Zeit. Sie eröffnet damit einen unerbittlichen Schlagabtausch in langen Briefen im Kreise männlicher Intellektueller. Dazu zählte der von ihr im Jahre 1399 initiierte erste Literaturstreik in der europäischen Kulturgeschichte, der sich gegen die Frauenfeindlichkeit im sog. „Rosenroman“ (einem in dieser Zeit bedeutsamen Werke der französischen Dichtung) richtete.
Bereits um 1402 galt de Pizan als eine anerkannte Autorin (unter Männern!). Mit hunderten von Gedichten, zahlreichen politischen, historischen und philosophischen Einzelschriften sowie 15 Büchern wurde Pizan zu ihren Lebzeiten als Autorin bekannt.
Zu ihrem bekanntesten Werk zählt „Das Buch von der Stadt der Frauen“ (1404/1405). In diesem entwirft Christine de Pizan eine Utopie von einem Frauenstaat, in der Frauen als vorbildliche Machthaberinnen die Wissenschaft und die Künste fördern. In seiner historischen Bedeutsamkeit für die Frauenbewegung wird ihr Werk mit Beauvoirs „Das andere Geschlecht“ verglichen.

Diejenigen, die Frauen aus Mißgunst verleumdet haben, sind Kleingeister, die zahlreichen ihnen an Klugheit und Vornehmheit überlegenen Frauen begegnet sind. Sie reagierten darauf mit Schmerz und Unwillen, und so hat ihre große Mißgunst sie dazu bewogen, allen Frauen Übles nachzusagen…
Da es aber kaum ein bedeutendes Werk eines angesehenen Verfassers gibt, das nicht Nachahmer fände, so gibt es gar manche, die sich aufs Abschreiben verlegen. Sie meinen, das könne gar nicht schiefgehen, da andere bereits in ihren Büchern das gesagt haben, was sie selbst sagen wollen – wie etwa die Frauenverunglimpfung; von dieser Sorte kenne ich eine ganze Menge. Aus: »Das Buch von der Stadt der Frauen«, dtv-Verlag, München 1990.

Wie diese Zeilen erkennen lassen, war Christine de Pizan ihrer Zeit weit voraus. Denn nicht nur die Kritik an der Frauenfeindlichkeit in damals populären Schriften männlicher Schriftsteller lässt ihre Klugheit, Weitsicht und ihren Mut erahnen. Ebenfalls völlig untypisch für das Mittelalter argumentierte sie nie „biologistisch“, also auf die „Natur der Frauen“ sich berufend, sondern untermauert ihre Thesen mit sozial-historischen Beispielen. Die weiblichen Persönlichkeiten, auf die sich Pizan berief und die sie in ihren Büchern entwickelte, waren das, was wir heute Role Models nennen!

Dr. Eva Wlodarek – das neue Beiratsmitglied von Pro Exzellenzia (Foto: Katrin Saalfrank)
„Die Ziele von Pro Exzellenzia liegen ganz auf meiner Linie: Empowerment für Frauen im Beruf.“ Sie, liebe Leser*innen können sich vorstellen, dass es uns eine riesige Freude ist, dass Dr. Eva Wlodarek Pro Exzellenzia jetzt auch als Beiratsmitglied unterstützt. Dr. Eva Wlodarek ist Diplom-Psychologin und eine bekannte Buchautorin. Sie hat für Pro Exzellenzia bereits Vorträge zu den Themen „Charisma“ und „Selbstvertrauen“ gehalten und ihr hochinteressantes „Fünf-Punkte-Programm für größeres Selbstvertrauen“ (aus ihrem Buch „Selbstvertrauen stärken und ausstrahlen“, erschienen im Kreuz Verlag) in unserem Newsletter 2/2016 veröffentlicht. Im Gespräch mit Dr. Eva Wlodarek erzählt sie uns über ihre Begeisterung für die Psychologie, die Kunst, Mode und Bücher, gewährt uns Einblick in ihren erfolgreichen Karriereweg und verrät uns warum sie Pro Exzellenzia mit großer Freude als Beiratsmitglied unterstützt. Dieses und mehr: Lesen Sie selbst!

Pro Exzellenzia: „Liebe Dr. Wlodarek, stellen Sie sich bitte persönlich vor.“
 

Dr. Eva Wlodarek: „Erst einmal privat: Ich bin verheiratet und Mutter eines erwachsenen Sohnes. Mein Alter? Gerade bin ich 70 geworden – für mich ist das lediglich eine Zahl, die allerdings für Lebenserfahrung steht. Ich bin eine begeisterte Psychologin und liebe meine Arbeit, aber ein Tag ohne Bücher, Kunst und Mode wäre nicht komplett.“

Pro Exzellenzia: „Erzählen Sie uns doch bitte von Ihrem Karriereweg.“

Dr. Eva Wlodarek: „Ich habe Germanistik und Philosophie in Köln studiert und mit dem 1. und 2. Staatsexamen abgeschlossen. Danach studierte ich in Hamburg Psychologie. Währenddessen schrieb ich Artikel für Zeitschriften zu psychologischen Themen. Daraus ergab sich, dass ich nach meinem Diplom 1979 bei der „Brigitte“ als Redakteurin das Ressort Psychologie mitaufbaute – damals für Magazine eine Innovation. Ein Traumjob, aber ich erkannte bald, dass mir Psychotherapie wichtiger war als der Journalismus. Ich eröffnete eine Praxis, machte mehrere Zusatzausbildungen und meinen Dr. phil. mit einer Dissertation über „Glücklichsein“. Später ging ich von der Psychotherapie zum Livecoaching über. Parallel dazu war ich zwanzig Jahre die beratende Psychologin der „Brigitte“ und bin bis heute als Expertin häufig in den Medien. Konzerne wie Beiersdorf, Procter & Gamble und Stada nutzen meine Kombination von Wissenschaft und journalistischer Erfahrung. Seit Jahrzehnten halte ich Vorträge und Seminare mit dem Schwerpunkt „Entfaltung der Persönlichkeit“, vor allem für Frauen. Außerdem schreibe ich Ratgeberbücher, inzwischen sind es dreizehn. -  Meine vielfältigen Arbeitsbereiche haben die gleiche Grundlage: Ich möchte psychologische Kenntnisse vermitteln, mit denen sich das Leben glücklicher und erfolgreicher gestalten lässt.“

Pro Exzellenzia: „Sie als erfolgreiche Buchautorin und Life-Coach: Was sind Ihrer Meinung nach die zentralen Themen, wenn es um eine erfolgreiche Karriere für Frauen geht?“

Dr. Eva Wlodarek: „Das sind für mich eindeutig die Themen „Selbstvertrauen“ und „Auftreten“. Durch unsere weibliche Sozialisation haben wir Frauen meist trotz großer Kompetenz viele Selbstzweifel. In der Folge sind wir perfektionistisch und zögerlich beim Ergreifen von Chancen. Bei der Wirkung nach außen mangelt es oft an einer sicheren Selbstdarstellung, besonders in einer männerdominierten Berufswelt. Hier sind eine Veränderung der inneren Einstellung und ein konsequentes Training anderer Verhaltensweisen notwendig.“

Pro Exzellenzia: „Sie unterstützen Pro Exzellenzia schon seit vielen Jahren. Wir freuen uns sehr darüber, dass Sie jetzt auch als Beiratsmitglied das Programm begleiten. Was hat Sie dazu bewogen?“

Dr. Eva Wlodarek: „Ich habe Pro Exzellenzia als Referentin kennengelernt und war gleich von dem Programm begeistert. Solch eine umfassende Unterstützung kann man sich zum Berufsstart nur wünschen! Die Ziele von Pro Exzellenzia liegen ganz auf meiner Linie: Empowerment für Frauen im Beruf. Von daher ist es mir eine große Freude, wenn ich dazu im Rahmen des Beirates mit praktischem psychologischen Handwerkszeug beitragen kann.“

Pro Exzellenzia: „Was würden Sie anderen Frauen, die sich entscheiden mehr zu wollen, mit auf den Weg geben?“

Dr. Eva Wlodarek: Setzen Sie bei Entscheidungen in Bezug auf Ihre Karriere nie allein auf Sicherheit und strikte Planung. Viel wichtiger ist, dass Sie lieben, was Sie tun und es als sinnvoll empfinden. Das sollten Sie prinzipiell als Wegweiser nutzen. Dann macht Ihre Arbeit Sie nämlich nicht nur glücklich, sondern Sie sind auch viel erfolgreicher: Weil es Ihnen wesentlich leichter fällt, sich voll zu engagieren, sich weiterzubilden und Durststrecken durchzustehen. Und wenn im Blick darauf eine Position nicht (mehr) zu Ihnen passt, wagen Sie mutig einen Wechsel.

Pro Exzellenzia: Frau Dr. Wlodarek, vielen herzlichen Dank für das interessante Gespräch! Wir freuen uns sehr auf die weitere Zusammenarbeit mit Ihnen!

Weitere Informationen über Dr. Eva Wlodarek finden Sie unter:
Homepage: http://www.wlodarek.de/
YouTube: https://www.youtube.com/channel/UCVW6hd2cad47qOHVrtOWVKA
Facebook: https://www.facebook.com/evawlodarek/

WAS WIR SPANNEND FINDEN

Das eine selbstbewusste Körperhaltung die Bewerber*innen-Chancen erhöht! Dasgeht aus einer Studie der amerikanischen Sozialpsychologin Amy Cuddy (Harvard Business School) hervor. Das Einnehmen sog. „High-Power Poses“ – auch „Macht-Posen“ genannt – führt dazu, dass die Person sich selbstbewusster fühlt. Woran Cuddy das festmacht? An Hormonwerten, en Detail am Testosteron und am Cortisol. Bei Teilnehmer*innen der Studie, die für zwei Minuten eine High-Power Pose einnahmen, ist das Testosteron nach zwei Minuten gestiegen und das Stresshormon Cortisol gesunken. Bei Teilnehmer*innen, die Schultern und Kopf hängen ließen und sich körperlich kleiner machten, passierte das Gegenteil. Beides, das Einnehmen einer selbstbewussten Körperhaltung (Brust raus, Schultern zurück, Kinn nach oben = sich großmachen), als auch das Einnehmen von „Low-Power Poses“ hat Einfluss auf die Gefühle und die persönliche Ausstrahlung. Aus den Ergebnissen der Studie lässt sich schlussfolgern, dass die Körpersprache die Stimmung nachhaltig verändert.

Was bedeutet das nun für die berufliche Alltagspraxis? Cuddy und Kolleg*innen haben in einem weiteren Versuch folgendes gemacht: Eine Gruppe von Studierenden wurde in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine nahm Low-Power Poses ein, die andere High-Power Poses. Anschließend präsentierten sie sich in einem Vorstellungsgespräch. Was ihnen nicht bekannt war: die Personalentscheider waren angehalten keinerlei Reaktionen zu zeigen; was bei allen Teilnehmenden zur Verunsicherung führte.
Neutrale Dritte, die in den Versuch nicht eingeweiht waren, wurden danach Videoaufnahmen der Teilnehmenden gezeigt. Sie sollten beurteilen welche Bewerber*innen sich nach ihrer Ansicht gut präsentiert haben und wen sie einstellen würden. Sie entschieden sich mit großer Mehrheit für die Personen, die zuvor für zwei Minuten eine machtvolle Körperhaltung eingenommen haben!!!

Was ziehen wir daraus? Vor jedem wichtigen Termin – ob Bewerbungsgespräch, Pitch, Tagung, Vortrag usw. – für zwei Minuten eine High-Power Position einnehmen! Mehr dazu auch in unserem Bewerbungscoaching und in unserer Bewerbungsberatung!

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Pro Exzellenzia arbeitet aktiv daran, den Anteil von Frauen in Hamburger Chef*innen-Etagen deutlich und nachhaltig zu erhöhen. Das Programm wendet sich an Hochschulabsolventinnen, Promovendinnen und Postdocs, die eine Führungsposition in Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Verwaltung oder Kultur anstreben.

Ihre Ansprechpartnerin für diesen Newsletter ist Frau Doris Cornils.
E-Mail: pro-exzellenzia@hamburginnovation.de
Tel: 040 76629-3122

Das Impressum finden Sie unter https://pro-exzellenzia.de/kontakt/

Das Projekt Pro Exzellenzia wird aus dem Europäischen Sozialfonds ESF und von der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung der Freien und Hansestadt Hamburg finanziert.
Projektlaufzeit: 01.01.2017 - 31.12.2020

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